Der Karrner erreichte das andere Ufer, sprang aus und lief davon, neu dem Leben wieder geschenkt.

Die Nacht währte lange. Im Lackenhof war keine Ruhe. Als es Morgen ward und der Hahn krähte, suchten sie nach dem Hausherrn. Man fand ihn nicht auf der Insel und nicht drüben im Meierhofe. Die Sonne stand schon hoch, als er unten, wo der Teich in einem Bächlein abfloß, ausgestoßen wurde. Das lange schwarze Haar voller Schlamm, der lange rote Bart voller Schlamm und Schaum, in verglasten Auge keine Glut mehr – der Haß war erloschen mit dem Leben.

Das ist die Geschichte von Philippus dem Hasser, wie sie mir unter den anderen höchst unwahrscheinlichen Geschichten auf fremden Straßen der wandernden Seele begegnet ist. Warum sie erzählt worden? Aus Vorwitz nicht, aus Lust zum Fabulieren nicht. Auf ihrer Stirn deutlich zu lesen steht der Grund. Sie ist erzählt worden dem häßlichen Hasse zu Trotz und der lieben Liebe zu Liebe.


Das Weihnachtsfeuilleton.

»Die alten Germanen feierten zur Wintersonnenwende aus Anlaß der Umkehr des feurigen Sonnenrades – angelsächsisch: hveol, altnordisch: hiol oder jule – das Julfest, und zwar in der Zeit vom 25. Dezember bis zum 6. Jänner, als an welchen Tagen Wuotan und Berchta in den nordischen –«

»Was schreiben Sie denn da, Doktor?« unterbrach der Chefredakteur und Eigentümer einer Provinzialzeitung seinen jungen Journalisten.

»Nun, das Weihnachts-Feuilleton, welches Sie mir erst gestern auferlegt haben, als ob wir nicht den ganzen Dezember über mit Bestimmtheit darauf hätten rechnen können, daß sich auch dies Jahr die Weihnachten präzise wie immer einstellen würden.«

»Ich rechnete aber auch mit Bestimmtheit darauf, daß irgendein Blatt zur Vorfeier einen Artikel bringen würde, den wir hätten benutzen können. – Machen Sie sich übrigens nicht die Mühe, das Ding abzuschreiben, geben Sie offen den Band des Konversations-Lexikons mit dem Artikel ›Weihnachten‹ in die Druckerei.«