»Etwas Wichtiges?« fragte der Freund.
Der Hamburger hielt mit zitternder Hand das Blatt dem Freunde hin: »Herbert Franke aus Hamburg, Hotel Imperatore, Lissabon: Bitte mit möglichster Eile nach Hause reisen. Verhängnisvoller Vorfall. Mama.«
»Was ist geschehen?« fragten beide zugleich und erhoben sich von ihren Sitzen. Sie starrten sich an, einer bleicher wie der andere.
»Meine Frau!« sagte Herbert. »Meiner Frau ist etwas widerfahren!«
»Ei nein, davon steht doch kein Wort. Diese verdammte Unklarheit der Depeschen! Man denkt gleich an das Allerschlimmste. Ein paar Worte mehr –«
»O mein Freund, wer weiß, wie schrecklich sie wären, diese paar Worte mehr! Gewiß, meiner Susanna ist etwas widerfahren. Dem kleinen Siegfried ist etwas zugestoßen. Ich reise sofort. Mit dem internationalen Expreßzug.«
»Das geht nicht; denke doch, daß die Verbindungen unterbrochen sind.«
Herbert schlug sich die Faust an die Stirn. Dann las er wieder das Telegramm: »Bitte mit möglichster Eile nach Hause zu reisen. Verhängnisvoller Vorfall. Mama. – Warum depeschiert Mama? Warum nicht meine Frau?«
»Weil sie im Augenblick nicht zur Stelle war. Hast du doch – glaube ich – auch in Madrid eine Depesche von Mama erhalten, über etwas Geschäftliches. Und nun – du kennst ja die alten Frauen. Wenn eine Spiegelscheibe zerschlagen wird, posaunen sie es in alle Winde; wenn ein Schornsteinbrand ist: Verhängnisvoller Vorfall.«