Herder wohnte im Pfarrhofe, unmittelbar an der Stadtkirche; Wielands Haus ist unweit des Theaters. Jedes dieser Häuser ist mit dem Namen des betreffenden Dichters bezeichnet.
Ich bin lange vor den Erzbildern der vier Sänger stehen geblieben.
Zur Nachmittagszeit wanderte ich dem Friedhofe zu, obwohl mir gesagt worden war, es würde mir kaum möglich sein, in die Gruft zu gelangen.
Der Friedhof zu Weimar ist ein dichter, dunkler Wald von Espen, Linden, Eichen und Zypressen, unter welchen die stimmungsvollsten Denkmäler stehen.
Mitten im Friedhofe nun steht ein tempelartiges Gebäude mit der goldschimmernden Kuppel, und hier ist die Grabstätte des Großherzogs Karl August von Weimar und seiner Freunde.
Ich stand eine Zeit lang im Tempel und las die Inschriften der unten Ruhenden. Da kam ein Mann, der wohl der Torwart sein mochte und den ich fragte, ob er mich nicht in die Gruft führen könne.
»Ist nicht gestattet,« antwortete er kurz.
Da war ich betrübt und sagte leise: »Ich hätte ihre Särge gern gesehen, aber ich werde wohl in meinem Leben nicht mehr hierher kommen.«
»Sind wohl aus fernen Landen?« fragte der Mann.