»Ich danke dir,« sagte ich, »also mich willst du zur Ursache eines unsinnigen Schrittes machen! Dann empfehle ich mich.«
»Bleib', Hans!« schrie er auf und packte mich an beiden Armen, »von dir ist keine Rede. Es handelt sich um mich! Mir hat sie den Schlag versetzt, sonst wollte sie nichts, als mich, mich beleidigen, aber das wollte sie. Meiner überdrüssig ist sie, den Bruch wünscht sie zu vollziehen. Der Wunsch kann erfüllt werden.«
Der Mann schoß wildsprühende Blicke um sich, er knirschte mit den Zähnen.
»Du hassest sie also?« war meine Frage.
Hierauf antwortete Wendel: »Wenn ich sie haßte, so würde ich ihr diesen Wunsch nicht erfüllen, ich würde Herr auf Zurkow bleiben und das Leben des Reichen genießen und ihr im Wege stehen und mich an ihrem ohnmächtigen Ärger belustigen. Nein, ich hasse sie nicht. Von jetzt ab – sie ist mir gleichgültig.«
»Gleichgültig? Deine Aufregung straft dich Lügen.«
»Bin ich aufgeregt? Dann bin ich's nicht ihretwegen, sondern meinetwegen. Mein Unglück, ich schleudere es von mir, ich nehme wieder die Armut und Nichtigkeit auf mich. Seit ich dich sehe, mein Freund, habe ich wieder Mut, ich gehe mit dir nach Wien!«
Das kam mir nun alles verworren vor; da fragte er mich: »Könntest du an meiner Stelle bleiben? Es mögen Gesetze und Sitten hundertmal für dich sprechen, wenn die Tatsache zeigt, daß du überflüssig bist, so wirst du verzichten und lieber mit Stolz und Ehren wieder der arme Anstreichergeselle sein, als auf Zurkow ein – was weiß ich! Es war ja nichts, ein toller Traum, nichts als ein Roman, aber ein Roman ohne Liebe. Eine fixe Idee, geschmeichelte Eitelkeit und der Kitzel, reich zu sein, waren die Helden! Könntest du mich denn achten, wenn ich so noch hier sitzen bliebe?«
»Ich gebe keine Antwort, solange ich nicht deine Frau gesehen habe.«