Endlich wollte ich das Fenster schließen, da sah ich plötzlich oben an der Kirche ein Flämmlein. Es zuckte hin und her, dann verschwand es. Oben bei den Toten, was mochte das sein? Wieder sah ich das Flämmlein, und jetzt wuchs es an und wuchs gewaltig zu einer hohen, riesigen Flamme und die Wände der Kirche waren rot beleuchtet. Denn doch ein Brand! Ich wollte Lärm schlagen, da war die Flamme wieder verloschen.

Nun war meine Neugierde wach im höchsten Grade. Was spukt da oben auf dem Hügel? Belustigt sich der Totengräber durch Feuerwerke, oder gehört das zum kalvinischen Kult? – Das muß ich doch sehen!

Angezogen, wie ich noch war, nahm ich schnell meinen Stock, verließ das Haus und eilte gegen die Kirche hinan, immer das Licht im Auge behaltend, das oben abwechselnd wuchs und zusammenzuckte.

Und als ich durch das Tor in den Gottesacker ging, da sah ich's. Ein Mann und ein Weib hatten ein totes Ferkel und das hielten sie über ein kleines Feuer, um die Haare von der Haut zu sengen. Dieses weltliche Geschäft störte die Ruhe der Toten zwar nicht, konnte mich jedoch auch nicht recht erbauen.


Zu Mailand auf dem Dome.

1872.

Mailand!

Den Namen, den das ganze Land verdient, trägt seine schönste Stadt.

Hier reichen sich Nord und Süd, Winter und Sommer die Hände. Mai!