»Im Gartenzimmer,« setzte der alte Herr bei, »würde es wenig genieren. Natürlich eine Amme dazu, und die Sache hat sich gehoben. Selbstverständlich nur für die erste Zeit, bis das Geschöpf etwas kräftiger ist und ohne Bedenken aufs Land gebracht werden kann.«

Die Frau war über diesen Vorschlag verwundert. Instinktiv regt es eine Frau auf, wenn der Mann plötzlich ein fremdes Kind unsicherer Herkunft ins Haus nehmen will.

»Was meint Ihr?« fragte er.

»Mich geniert's nicht,« antwortete Alfons mit gleichgültiger Miene.

Die Mutter meinte, das müßte erst gut überlegt werden. Hätte man so etwas einmal im Hause, dann wäre es schwer, es wieder fortzubringen. Es müsse extra dafür eine Magd gehalten werden und allerlei sonst. Die Männer hätten keine Ahnung, was das heißt, ein kleines Kind im Hause haben. Aber sie seien nachher doch die ersten, die sich über das Kindergeschrei beklagen.

»Mich geniert's gar nicht,« versicherte Alfons noch einmal.

»Ich glaube endlich auch dem Vater auf der Spur zu sein,« sagte der Alte. »Heißt das, positive Anhaltspunkte sind noch keine vorhanden, aber mancherlei stimmt auffallend. Ihr erinnert euch noch an den Kommis Steiner, den ich vor zwei Jahren entlassen mußte. Der soll in dem Hause des Strohhuthändlers Goll gewohnt haben. Beim Goll im Hause, dort ist ja auch die Kindsmutter gewesen.«

Das Tabakzusammenfegen auf dem Teppich erlitt eine Unterbrechung. Alfons war für zwei Augenblicke erstarrt.

»Der Steiner, meinst du?« fragte die Frau. »Wenn ich nicht irre, ist der damals ja nach Triest übersiedelt.«

»Ei richtig, Frau, du hast recht. Man hörte sogar, daß er nach Südafrika ausgewandert sei, ich erinnere mich. Also der nicht. Dann ist's aber jedenfalls ein anderer. Ich werde ihm schon noch draufkommen.«