Die Tabaksammlung ging wieder ruhig vonstatten.
»Natürlich, in dieser Angelegenheit kommt's auf die Hausfrau an,« sagte der Kaufmann. »Wenn es dir nicht recht ist, dann nicht.«
»Mein Gott, recht ist – recht ist!« entgegnete sie gutmütig greinend. »Wenn ein gutes Werk geschieht, das muß einem wohl immer recht sein.«
Da klatschte Alfons die Hände zusammen und rief in aller Lustigkeit aus: »Die Mama! Jetzt hat sie ein kleines Kind bekommen!« Und schon lange nicht mehr, wenn er des Abends auf sein Zimmer ging, klang's so warm und froh wie heute: »Gute Nacht, Vater! Gute Nacht, Mutter!«
Nun war der kleine Richard im Hause Marands. Anfangs gab es Unebenheiten im Haushalte. Ein Kind, und es mag noch so klein sein, beherrscht das Haus. Aber sie ertrugen es. Hatten sie sich's doch selbst eingebrockt. Der Vater hatte es im Hause haben wollen, die Mutter hatte ja gesagt. Alle vormundlichen Laufereien des beschäftigten Kaufmannes hatten ein Ende, das Gericht sagte nichts weiter, denn es wußte die Waise in guter Hut. Alfons war jetzt fast immer zu Hause, er brachte manche Stunde im Gartenzimmer zu und spielte mit dem Knaben, der von Woche zu Woche prächtiger gedieh und ein sehr schönes Kind war. Und selbst zur Zeit, wenn andere Studenten in der Kneipe saßen, blieb Alfons daheim und spielte mit dem Kind.
Nach ein paar Jahren war der Knabe ein gesundes, kräftiges Menschlein geworden. Ein lieber kleiner Kerl. Das Haar war nachgedunkelt, die langen Augenwimpern und Brauen waren pechschwarz und die großen runden Augen schauten frisch und kindlich in die gute Welt hinaus, die liebevoll um ihn aufgerichtet worden war. Nun bekam er die erste Hose und das übrige dazu – einen »Matrosenanzug« mit den flotten Schulterklappen und den goldenen Ankern daran, und das Käppchen, wie es ähnlich einst auch Alfons gehabt.
Zur Zeit fiel Josef Marands sechzigster Geburtstag.
Am Vorabende lud der Jubilar seine Frau und seinen Sohn zu einer Besprechung ein.