»Du weißt, was in meiner Macht steht …«

»In – des gnädigen Herrn Macht tät's wohl stehen.«

Jetzt blickte ihn der Fürst prüfend an. Er kannte den hübschen und klugen Jungen schon seit länger. Manchmal auch war er ihm schon zu keck gewesen. »Ist dir etwa deine Stelle nicht mehr gut genug? Ist dir der Sold zu gering?«

Der Bursche wurde tiefrot im Gesicht und murmelte kaum verständlich: »So bin ich nicht, daß ich Geldes wegen meinen Herrn auf der freien Weide anginge …«

»Dann ist's …« der Herr griff ihm ans Kinn und hob ihm das Haupt: »Schaue mich an, Knabe! Ist's die Liebe?«

Neigte der Junge heftig den Kopf: Ja, das wär's, die Liebe.

»Und dein Schatz will dich nicht? Ja, siehst du, das geht manchem so.«

»Wollen tät' sie mich sonst schon,« gestand der Bursche, »aber 's hat ihr wer was in den Kopf gesetzt. Sie kunnt eine bessere Partie machen, sagt sie.«

»Ich will dir etwas sagen, Junge. Den Nebenbuhler mußt du ausstechen.«

Halb abgewendet antwortete der Bursche: »Er ist halt viel stärker als ich. Zwar das nicht, stärker nicht – aber angesehener.«