»Ich bin verloren,« hauchte Konrad.

Von den Füßen der Pferde sprühten Funken, aus den Nüstern der Pferde stoben Flammen, fast so war es bei den grelleuchtenden Blitzen zu sehen.

»Wir fahren in die Hölle!« stöhnte Konrad.

»Drein gesaust, Kutscher!« rief Frau Johanna, ihre Arme ungeduldig in die Luft hinausstoßend: da flogen die Felsen, die Bäume, die fahlen Strünke vorüber wie Nebelgebilde im Sturm. Aufrecht stand der Kutscher und stach mit den Augen auf den wilden Pfad hin. Ein blendender Blitz, ein Knall, daß die Grundfesten bebten, da sprang von einem Steine geschnellt der Wagen empor, der Kutscher war hingeschleudert, und die Pferde rasten entfesselt dahin.

»Sterben!« sagte Konrad.

»Leben!« rief Frau Johanna, aber das wüste Gefährte toste leitlos, weglos hin und einem Abgrunde zu, in dessen Tiefe gelbe Nebel wallten. Bei dem roten Scheine einer in den Himmel emporwabernden Fichte sahen sie das Verderben, dem sie nahten.

»Sterben!« wimmerte jetzt Frau Johanna.

»Leben!« schrie der Jüngling, sprang jäh auf den Bock, erfaßte den Leitriemen und riß mit übermenschlicher Kraft die Rosse zurück. Diese standen.

Mit einem Tone, in welchem Entzücken und Ehrfurcht lag, sagte Frau Johanna zu Konrad: »Mich gereut es nicht, daß ich dich hole, du bist ein Mann.«

Endlich kam der Kutscher nachgehinkt, um seinen Platz wieder zu besteigen. Vom Himmel goß unendlicher Regen.