Ein Schreiben wollt' ich ihm zurücklassen, daß ich ihn bis zu meinem Tode lieben werde, daß ich von ihm gehe, weil ich seiner nicht wert wäre.
Ich darf es nicht, ich darf diesen Brief, in den ich mein Leid gelegt habe, nicht an ihn gelangen lassen, das würde den Schmerz nur steigern. Ich will ohne alles, so wie eine Undankbare, eine Unwürdige geht, so will ich davongehen.
Seine Verachtung gegen mich soll ihn retten und mich strafen, wie ich es verdiene. O mein Gott!
3. März.
Ludwig ist mit einer kleinen Gesellschaft von Historikern auf einige Tage nach Cilli und Pettau gegangen, um dortige Römerdenkmale zu besichtigen.
Er war sehr munter und sagte zu mir beim Abschied, ich sollte ihm nur recht den kleinen Ludwig hüten.
Ich will nicht d'ran denken, will stark bleiben, ich habe viel zu vollbringen.
Bei dem Packen sehe ich erst, wie wenig ich in dieses Haus gebracht habe, und wie viel von ihm empfangen.
Der Dienerschaft sage ich, es sei verabredet, daß ich der Luftveränderung wegen auf einige Wochen nach Wien gehen werde.
Also heute nachmittags vier Uhr in Gottesnamen!