6. März.
Nun ist es so gekommen!
Ich zittere jetzt noch, da ich es schreibe. Wozu schreibe ich es nur, ich sage ihm ja alles und darf es sagen, o Glück!
Ich habe ihn geliebt, jetzt bete ich ihn an und den Nachkommen schreibe ich es entgegen: er ist anbetungswürdig!
Jetzt weiß ich erst, was das ist: ein Mensch! Er hätte mich göttlicher nicht strafen, herrlicher nicht demütigen können und erheben zugleich, als er es getan hat. –
Das Kind dicht eingehüllt am Arm, so floh ich wie eine Diebin. Der Wagen stand vor dem Tore; über die Aufregung vergaß ich des Schmerzes, der mich schrecklich gequält hatte die Nacht und den ganzen Tag hindurch.
Am Tore steht Ludwig und fragt den Kutscher, wer wegfahre. Dieser deutet auf mich, die ich hastig aus dem Hause trete.
»Was ist das, Juliana?« ruft Ludwig.
Mir ist zum Zusammenbrechen, er stützt mich und bringt mich und das Kind zurück in die Wohnung.