V. Nur von denen aus dem Tierreich.
A. Und sind Sie sicher, daß Ihnen meine Schriften aus fremden Straßen nicht zurückgehen werden? Ich habe Sie bisher für einen klugen Mann gehalten.
V. Sehr schmeichelhaft. Ein kluger Mann macht zuweilen ein Experiment. Fremde Straßen. Romantische, naturalistische, moderne – pikant?
A. Werter und Verehrter, ich will Ihnen was sagen. Diese Straßen- und Weltgeschichten kamen ebenso tief aus mir hervor, als die Dorfbücher; es mag mancher Tropfen Galle und Schalkheit daran sein, aber sicherlich auch Herzblut. Das Herzblut den Menschen, die Galle den Spitzbuben und Toren.
Zudem muß sich doch eine übermütige Phantasie einmal ein bißchen aushüpfen können auf freier Straße.
V. So gefallen Sie mir. Daß Sie endlich doch einmal auch den Gegnern der Dorf- und Waldgeschichten eine Freude machen.
A. Ah, Sie meinen die literarischen Bauernfresser.
V. Wissen Sie, was vor kurzem so einer geschrieben hat? »Der Realismus in der Literatur«, schrieb der Gelehrte, »wird nachgerade unerträglich! Besonders das Dorfgeschichtenunwesen! Was fängt der echte Dichter mit dem Bauern an? Dieser bietet viel zu wenig psychologische Probleme dar, er hat keine Berührungspunkte mit der Welt, sein Horizont ist zu klein. Höchstens ist der Bauer in der Poesie als komisches Element zu gebrauchen, etwa für Posse und Schwank.«
A. Schön. Somit sind gleichzeitig große soziale, volkswirtschaftliche Fragen gelöst. Der Bauer ist nicht ernst zu nehmen. Er läuft in der Welt nur so nebenher und schlägt seine Purzelbäume.
V. Nun, was sagen Sie dazu?