Ein frivoler Patron war da, der meinte ganz unverfroren, er halte die Zahl dreizehn bei Tische nur in dem einen Falle für fatal, wenn bloß für zwölf gekocht worden. Eine solche Bemerkung unter Gebildeten verdient, daß sie einfach ignoriert werde – und das wurde sie.
Hingegen rief die Hausfrau: »Unbegreiflich, es ist doch für fünfzehn gedeckt!«
Jetzt zählte meine schöne Nachbarin zur Rechten, indem sie von sich aus nach rechts hin vorging, es waren ganz genau dreizehn, und ich war der dreizehnte.
Was war zu tun?
Am ganzen Leibe zitternd, erbot ich mich, an einem Extratischchen Platz nehmen zu wollen.
»Na, das fehlte noch!« rief man.
Allsogleich wurde ein Diener zu einer Frau Müller, Apothekerswitwe im dritten Stock, geschickt:
Ob Frau von Müller nicht das Vergnügen machen wolle, heute bei uns zu speisen, dann möchte sie aber die Güte haben, sofort.
Der Bote kam zurück: Frau Müller wisse nicht wie sie zur Ehre käme, sie danke verbindlichst, aber es sei ihr momentan ganz unmöglich.
»Das ist noch ein Glück,« bemerkte eine Tochter des Hauses, »eine Apothekerin! Mama weiß nicht, wo sie den Kopf hat.«