»Ein Leben ohne Strauß!« rief die eine.

»Singt der Strauß?« fragte die andere.

»Nein, aber er geigt.«

»Ah so, der Wiener Strauß.«

»Und was in der Menschenkehle steckt!« rief die eine. »Ach: wenn ich daran denke! Gestern war ich in der Oper, in Lohengrin.«

»Wildmann soll wunderbar gesungen haben.«

»Unvergleichlich! Unvergleichlich! sage ich. Bei dem überfülltem Hause war es mir mit Mühe und Protektion gelungen, einen Galeriesitz zu gewinnen, von dem aus ich kaum auf die Bühne sehen konnte. Ich war trotzdem glücklich, und bei diesem Gesang, ich gestehe es, daß ich ein wahres Gebet tat: O Gott, ich danke dir für seine Stimme, ich danke dir für mein Ohr!«

Mit heller Begeisterung sprach sie's; dem Taubstummen mußten unsere lebhaften Mienen auffallen, er schaute der Dame, ich möchte sagen, wortdurstig auf den Mund, als hätte er's denken können: Ich verlangte Opern nicht, wenn ich nur die Worte der Menschen hören könnte! –

Ein seltsames Mitleid erfaßte mich für den armen Mann und die Dame setzte bei:

»Wie das traurig ist! Sterben zu müssen, ohne Wagner gehört zu haben!« –