[Hymne eines Glücklichen.]

Heiliger Gott, ich möchte beten, preisen dich in göttlicher Sprache, und jauchzen, singen, wie Engel jubeln im Schauen deiner Schönheit.

Ich möchte weinen, wie Selige schluchzen, die du aus der finsteren Drangsal der Erde in deine ewigen Himmel aufnimmst.

Nur das ist mein Schmerz, mein wonnig Verzagen, daß ich nicht kann sagen, wie glücklich ich bin. —

Ich hab' dich gefühlt am Busen der Mutter, im Auge des Freundes dein Lächeln gesehn; und als ich die einzige fand, die Geliebte, da warst du es ganz, der niederstieg und mich, den Schwachen, in Wonneschauer Bebenden, mit heißem Kuß an seine Brust gedrückt hat.

Und als ich mein Ebenbild, nein, das deine, in meinem Arm hielt, das süße Kind, da warst es du, der mit erneuter Huld im jungen Auge mich angeblickt. —

Die heißen Freuden haben mein Herz erschüttert; der Frost der Gräber hat mein Haar gebleicht.

Einsam nennen sie mich und wollen mich trösten mit ihren kleinen Gaben, die Guten, die Armen, die nicht wissen, wie reich, nicht ahnen, wie glücklich ich bin.

Denn seit die heiligen Bilder deiner persönlichen Gottheit mir verweht sind, stehst du aufgedeckt vor mir in Alleinheit deiner unendlichen Schöpfung.