O, daß ich so vergebens in deinem Reich den Namen suche, dich zu nennen, du nimmerruhender Auf- und Niedergang, im Sturm und Sonnenlächeln ewige Harmonie, aus der mir die Stimme der Mutter, der Gattin Hauch und des Kindes Lächeln treu wieder entgegengrüßt.

Was einst mich beglückt in einzelnen Wesen, in einzelnen Wünschen und Hoffen beseelt, das find' ich nun, vereint mit dir, mit mir vereinigt zum ewigen Sein.

Die Leidenschaft schweigt — gestillt ist die Sehnsucht; erlöst an dein Herz, o Natur, sink' ich hin.

Die Blumen der Erde, die Sterne des Himmels, sie mögen verkünden, wie glücklich ich bin.

[Am Grabe eines Idealisten.]

Ein glücklicher Mensch steigt hier zur Ruh',
Von einem Himmel zum andern;
In hehren Gestalten zieht er durchs All,
Wie selige Geister wandern.

Er hat ein reicheres Dasein geführt,
Als all ihr Schlemmer und Prasser,
Er hat ein edleres Feuer genährt,
Als alle die Hetzer und Hasser.

Er hat das Elend in Liebe geweiht,
Der Jämmerlichkeit sich verschlossen,
Er hat mit dem Blut von eurem Blut
Ein höheres Leben genossen.

Er hat genossen in fröhlicher Ruh',
Was ihr selbst im Kampf nicht erjagtet!
Er hat gebetet, gehofft und gejauchzt,
Dieweilen ihr klagtet und zagtet.