Ich hab' mir erbaut
Ein Häuschen allhier,
O Leben so laut,
Was willst du von mir?
O führ mich nicht hin
Ins friedlose Feld,
Ich bleib', was ich bin,
Mir selber die Welt.
Mein Glück ist in mir,
Behalte du dich;
Ich will nichts von dir,
Nur lasse mir — mich!
[Urwaldstimmung.]
O ruhsamer Wald, wie bist du fein!
Wie bist du in Ewigkeit jung und rein!
Vom blutigen Kreuzweg der Menschensöhne
Entweiht keine Spur deine heilige Schöne.
Wohl heut wie zur Urzeit die Stürme tosen,
Und wühlen im See und brechen den Baum.
Wohl heut wie zur Urzeit blühen die Rosen
Und funkelt der Tau am Blütensaum. —
In dir ist Ruh'.
Mein Leib will liegen
In blumiger Wiegen.
Meine Seele kam her aus unendlichen Zeiten,
Und wie der wandernde Vogel den Ast,
So wählt diesen Leib sie zur kurzen Rast,
Ehe weiter sie fliegt in die Ewigkeiten.
[Wenn alle Wälder schlafen.]
Wenn alle Wälder schlafen
Und alle Quellen schweigen,
Die Nebel stille steigen,
Die Sterne leis' sich neigen,
Da ist das einsam Leben
Ein selig, selig Sein.
Wenn alle Wipfel flüstern
Und alle Vögel singen,
Wenn alle Geigen fiedeln
Und alle Kehlen klingen,
Da ist das einsam Leben
Wohl eine harte Pein.
Ob träumen still, ob jubeln
Im lauten Kreis der Freuden,
Das beste ist, vom Leben
Ohn' allen Abschied scheiden.
Drum sei das einsam Sterben
Gesegnet nur allein.