Die Ehr' ist jenes Gut,
Das mir am höchsten frommt,
Doch nicht die flüchtige Ehr',
Die nur von außen kommt.

Ein großer Dichter, traun,
Das hört sich süß und fein;
Doch höher stünd' mein Stolz:
Ein großer Mensch zu sein.

Die Ehre, flach geweht
Hin über Länder weit,
Ist nichts gleich eines Menschen
Tiefer Dankbarkeit.

Wer nur um Ehre schafft,
Der ist zwar wert der Ehr',
Der äußeren bunten Zier,
— Doch sonst auch nicht viel mehr.

Wenn einst ich sterben muß,
Soll keine Trauerschar
Von Gleisnern folgen mir
Zu meiner stillen Bahr'.

Nicht Nekrolog, nicht Stein,
O Gott, man kennt die Weis';
Sie ehren Tote bloß
Zu ihrem eigenen Preis. —

Nur eines wollt' ich, daß
Ein Braver sagen kann
An meinem schlichten Grab:
Er war ein braver Mann.

[Ein Becher, füllt ihn Gott mit Wein ...]

Ein Vater lag im Sterben,
Drei Söhne sollten erben.
Der eine war ein Bauersmann,
Der pflügen, säen und ernten kann,
Der erbte die Höfe, die Felder,
Die Gärten, die Wiesen, die Wälder.
Der andre war ein Hammerschmied,
Dem gab der Vater, als er schied,
Die Hämmer und all die Geräte,
Auf daß er Werkzeug hätte.
Der dritte war ein munterer Knab'
Mit Sängerkehl' und Wanderstab,
Nach Vaterswill' dem verbliebe
Sein Menschenherz voll Liebe. —