Und als vorbei der Jahre zehn,
Da hat man schon das Ziel gesehn.
Der eine sorgte Tag und Nacht,
Bis endlich er's zu Geld gebracht;
Der andre sorgte Stund' um Stund',
Daß nur sein Haufen Geld nicht schwund;
Der dritte zog von Sorgen frei
Mit Sang an Not und Geld vorbei,
Und schöpft' mit Wonne, teilt mit Lust
Die Lieb' aus seiner Dichterbrust,
Und streut' ohn End' von Haus zu Haus
Die Gab' an Arm' und Reiche aus. —
Ein Becher, füllt ihn Gott mit Wein,
Wird ewig unerschöpflich sein.

[Ewiges Lied.]

Im tiefen, dunkeln Felsental,
Da rauscht ein ewiger Wasserfall.
Ein Wandrer horcht der Melodei,
Es wird ihm wohl und weh dabei,
Und kann doch nichts verstehen.

Er macht ein feines Sinngedicht,
Das klar die schönsten Worte spricht.
Doch sieh, ob dieser Poesei
Wird keinem wohl und weh dabei,
Und kann es doch verstehen.

Und — eh das Jahr von hinnen zieht
Ist schon verstummt des Sängers Lied.
Was man verstand und nicht empfand,
Das klingt nur einmal durch das Land.
— Ewig rauschen die Wasser.

[Die Harfe.]

Unser Herz ist eine Harfe,
Eine Harfe mit zwei Saiten.
In der einen jauchzt die Freude,
Und der Schmerz weint in der zweiten.
Und des Schicksals Finger spielen
Kundig drauf die ewigen Klänge,
Heute frohe Hochzeitslieder,
Morgen dumpfe Grabgesänge.