Und ein jeder tat so geheimnisvoll
Und flüsterte leis mit dem Nachbar;
Sie machten sich über mich lustig wohl,
Daß ich so elend und schwach war? —
O nein, nur die Welt verspotteten sie
Und schmiedeten eine Verschwörung;
Der Wald und die Welt, die vertragen sich nie,
Ob letzterer tiefen Betörung.

Drum sagten die Bäume: 's wär alles wohl recht,
Die Vorzeit, die Zukunft, das Heute,
Selbst der Himmel ist gut und die Erde nicht schlecht,
Doch die Leute — die argen Leute!
Die Leute, die liegen sich alle im Haar
Und raufen, daß es ein Skandal ist,
Und spielen in Übermut mit der Gefahr
So lange, bis jeder am Fall ist.

Und wenn sie zu Füßen den Abgrund sehn,
Dann schwindeln sie fluchend und taumeln,
Ja, dann erst will mancher zum Walde gehn,
Und — daß er nicht fallen kann — baumeln.
Oh, kämet ihr früher zu uns in den Wald
Mit jugendlich heiteren Sinnen,
Ihr wäret mit »Siebzig« noch immer nicht alt,
Und wüßtet gar zärtlich zu minnen! —

So sagten die Bäume und flüsterten fort,
Erzählten sich sondre Geschichten;
Ich habe verstanden ein jegliches Wort
Und weiß mich darnach nun zu richten.
Und kriegt mir die Fröhlichkeit jäh einen Sprung,
So kratze ich Waldharz und leime,
Und sprudle und jauchze und bin wieder jung,
Und schmied' ein paar hinkende Reime.

[Das Geheimnis.]

Im Walde Frieden. Zwei Hummeln läuten.
Der Tag ist schon neigend.
Da nahen Gestalten aus alten Zeiten,
Die stille Reihe der alten Bekannten,
Sie grüßen mich schweigend.
Sie winken mir stumm ein Geheimnis zu
Und schwanken vorbei.
... Ich hab' nichts verstanden.

[Allseliges Leid.]

Was glänzen doch dem die Augen so hell?
Und birgt in der Brust eine dämmernde Seel',
Und hüllet in staubige Spinnenweben
Geheimnisvoll sein glosendes Leben.
— Weiß es einer, wie wohl sie tut,
Die einsame Glut?