Was brennen doch dem die Wangen so rot?
Er ist ja kalt, er ist ja tot!
Er scherzt nicht mit Freunden, er kost nicht mit Frauen,
Er kann keine lustigen Leute schauen.
— Weiß es einer, wie weh kann sein
Die einsame Pein?
Und weiß es einer, wie wohl es tut,
Wenn glühend das Herz in sich selber ruht,
Und weiß es einer, wie hart es kann sein —
Der schleiche vorüber und laß' ihn allein,
Den Mann in seinem allseligen Leid
Der Einsamkeit.
[Erprobter Rat.]
Magst du wissen, wann du sollst gesellig
Und wann einsam sein?
Willst du Freude, suche Menschen,
Willst du Glück, so bleib mit dir allein.
Wisse, wann dein Werk am schönsten
Und am reinsten mag gedeihn:
In der Arbeit suche Menschen,
Doch im Schaffen bleib mit dir allein.
Wie's auch jeder hält nach seiner Weise,
Lasse eins gesagt dir sein:
Wenn du hassest, meide Menschen,
Wenn du liebst, bleib nicht mit dir allein.
[Dichters Wunsch.]
Ach, wie gerne möcht' ich wissen
Oft, zu wem mein Sprüchlein spricht!
Hunderttausend Leser hab' ich,
Aber einen hab' ich nicht.
Hunderttausend Leser heißen
Publikum, und ihre Zahl
Wird willkommen der Verleger
Heißen hunderttausendmal.
Einen möcht' ich, einen haben,
Den ich kenn', von dem ich weiß,
Daß er jede meiner Zeilen
Liest mit Liebe und mit Fleiß.