Seit vielen Jahren genieß' ich die Welt,
Teils geistig und teils leiblich.
Daß so viel Glück ins Herz mir fliegt,
Ich kann's und kann's nicht finden, wo's liegt,
Es ist ganz unbeschreiblich.

Wir lieben die Lieb', wir nennen die Lieb',
Ob männlich oder weiblich.
Wir fühlen die Seligkeit, fühlen die Pein,
Und wissen nicht ja, und wissen nicht nein,
Es ist ganz unbeschreiblich.

Seit vierzig Jahren sann ich und schrieb —
Es war ganz unausbleiblich.
Und als ich geschrieben der vierzig Jahr',
Da stockt' mir das Herz, da seh' ich es klar —
's ist alles unbeschreiblich.

[Wo wird es sein?]

Was hab' ich dich gesucht, du Unbekanntes,
Auf Erden dich gesucht und nicht gefunden.
Du mir Unfaßbares und doch Verwandtes.
Ich habe dich gesucht.

Im Gartenzelt und in der Felsenkrone,
Im engen Wald und auf den Meeresrunden.
In dunklen Nächten, in des Himmels Sonne,
Wie hab' ich dich gesucht!

In Einsamkeit, im prunkenden Gemenge,
Bei Freunden und bei Frauen tat ich fragen,
In stiller Lust, in rauschendem Gedränge
Wie hab' ich dich gesucht!

Wie grünte, blühte es in vielen Zweigen,
Doch keiner hat die heilige Frucht getragen.
Hier mußt' ich sinken, dort zur Höhe steigen,
Ich hab' es nicht erreicht!

Was war's, das ich gesucht? Ich kann's nicht sagen.
Für solche Größe ist das Wort zu klein,
Das Allergrößte kann die Welt nicht tragen.
Wo wird es sein!