[Die Sehnsucht.]
Die Berge je höher,
Dem Himmel je näher,
Dem Herzen je weher,
Weil's nicht kann hinein;
Weil es an die schwere,
Die träge Matere
Wie an die Galeere
Geschmiedet muß sein.
Was löst unter Peinen
Uns los vom Gemeinen?
Die Sehnsucht nach Reinen,
Die Sehnsucht allein.
[Steigende Bahn.]
Um aus der Wirrnis die Völker zu retten
Hellet oft plötzlich der Blitz des Propheten
Künftigen Helden die steigende Bahn.
Was noch die Väter säumig beraten,
Steigt in der Söhne mutigen Taten
Fröhlich und siegreich zur Höhe hinan.
Rufe den Menschen, Prophetenwort, rufe
Ihn aus der Tierheit von Stufe zu Stufe,
Bis er erwacht vor des Heiligsten Thron,
Schauend die Wahrheit im Kranze der Sonnen,
Trinkend die Liebe aus feurigen Bronnen —
Ewig des Ewigen seliger Sohn.
[Zu Gastein am Wasserfall.]
Wie du, o Mensch, mußt fallen
Zu Schuld und Gram und Grab,
So fallen wirbelnd und weinend
Die heiligen Wasser hinab. —
Doch sieh, aus dunkelm Abgrund
Steigen in stiller Ruh'
Die lichten Nebel kreisend
Dem Himmel zu —
Den Weg dir weisend.