»Oder meinethalben gehen Sie nach Petersburg, wenn Sie etwa Berlin und Wien gesehen haben.«
– Petersburg ist von hier so weit, als Boston und Philadelphia, und die chinesische Mauer der Paßordnung ist am Fortkommen hinderlicher, als der Ocean. Ich möchte nicht, wegen der versäumten Unterschrift irgend eines Paßschreibers, ein Vierteljahr lang in einem russischen oder polnischen Gränzdorf verweilen.
»Reisen kostet Geld, Vetterchen!«
– Ein Paar tausend Gulden für die Lustfahrt, mehr nicht. Andere verlieren das noch behender und geschmackloser in Lotterien, am Spieltische, beim Weintische, in kaufmännischen Spekulationen, durch lockere Weiber, ungerathene Kinder, niederträchtige Falliten, übelberechnete Baupläne und allerlei Neukäufe.
»Aber welchen Nutzen können Sie von der Reise haben?«
– Der liebe Nutzen ist nicht Alles in der Welt; es gibt auch Anderes und Besseres, wofür man lebt, z. B. das Gute, oder das Schöne, oder das Wissen und Kennen. Dies abgerechnet, ist nicht auch Gesundheit und Lebensgenuß etwas Nützliches? Dafür reisen Engländer und Franzosen in die Schweiz, Deutsche nach Paris, Russen nach Neapel. Ich könnte auch wohl noch einen Nebenzweck beifügen.
»Und der wäre? Eine Handelsspekulation? Unterwegs eine Braut finden? Ihren Oheim in Amerika sehen?«
– Nein, für alle Nothfälle auch gelegentlich zu erfahren, ob Amerika für unser eins einmal zum Vaterlande taugen könnte?
»Behüt' uns der Himmel! Sie denken doch nicht an's Auswandern?«
– Gerade jetzt nicht. Aber nehmen Sie mir nichts übel, es wird mir allgemach ein wenig unheimlich und unfrei hier zu Lande.