Ich hörte ihn ruhig erzählen, als gingen uns diese Dinge nichts an. Wir sind in Gottes Gewalt und Liebe, ob ein Abendlüftchen wollüstig seufze oder ein Sturm brülle. Hätte ich nur die Zaubermacht des Seemalers Horaz Vernet gehabt; hätte ich nur die gräuelvolle Weltempörung um mich her, die sich aufbäumenden Wassermassen, den zischenden Schaumschwall, die schwarzen Abgründe dazwischen, Flug und Bewegung aller Dinge, die Umwandlung der schauerlichen Erscheinungen von Augenblick zu Augenblick malen können! Ich ging um drei Uhr wieder hinaus, die ungeheure Verwirrung der Dinge, der Auflösung eines Weltballs ähnlich, zu schauen. Ich mochte mir nicht die Einbildung mit Erzählungen von Noth und Jammer quälen lassen. Der Anblick der Natur in ihren schreckenvollen Werken ist erhabener, als jedes Bild der gemärterten Phantasie, und selbst die Gefahr vor dem Auge hat etwas Feierliches, Edles, was die Furcht, in der Vorstellung von ihr, nicht wiedergibt.
Immer noch, als ich wieder in die Kajüte zurückkam, stand der Kapitän mit Zirkel und Charte da und maß und rechnete. Nun erzählte er mir wieder eine ganze Reihe von Schiffbrüchen seiner zeitgenössischen Kapitäne, seit ohngefähr fünfzig Jahren.
Plötzlich unterbrach uns ein eigenes Geschrei der Matrosen. Des Kapitäns Gesicht legte sich sogleich in zufriedenere Falten. Er ging und sagte: »Jetzt änderts!« – Die zwei Worte thaten mir, nach der langen Historie von den gescheiterten Schiffen, herzlich wohl. Ich möchte es nicht läugnen.
Ich ging hinaus, das Rufen und Schreien der Matrosen dauerte fort. Ich sah, man rollte die Segel auf. Jetzt völlig beruhigt, legte ich mich schlafen. Bei Tagesanbruch kam der Kapitän und sagte, wir wären in der Nähe von den Inseln Jersei und Guernesei. – Ich wollte die Freude auch sehen, und sah im Wasser umher Trümmer von Schiffen. Wir erfuhren späterhin, es wären zwei Küstenfahrer untergegangen.
Endlich und endlich Morgens zehn Uhr am 11. Dezember hatten wir einen Piloten am Bord, und Nachmittags um halb vier Uhr waren wir im Hafen von Havre de Grace.
Was bleibt mir noch zu erzählen? – Ich war Weihnachten bei meinen Lieben in der lieben Heimath. Ich hatte Wort gehalten. Meine Reise ging wie ein Traum aus.
That ich recht, auch Andern, wie meinen Lieben, davon zu erzählen? – Wahrlich, ich weiß es nicht. Uebrigens kömmt die Frage nun hintennach zu spät. Ich hätte sie voran thun sollen. Es tröstet mich, daß jeder das Recht hat, seine Ohren zu schließen, der nicht zuhören mag. So bin ich auf jeden Fall Niemandem mit meiner Plauderei beschwerlich. – Mein Besuch der neuen Welt hat mir hohen Genuß gewährt und freut mich in den Bildern der Erinnerung noch heut.
Im Verlag von Heinr. Rem. Sauerländer in Aarau erscheinen folgende neue Schriften:
| Mein Besuch Amerikas im Sommer 1824. | 1 fl. 30 kr. – 1 Thlr. |
| Erheiterungen, herausgegeben von H. Zschokkefür 1827. | 8 fl. 15 kr. – 4 Thlr. 20 gr. |
| Franz, interessante Züge aus dem Jugendleben u. s. w. | 1 fl. – 16 gr. |
| Götzinger, deutsche Sprachlehre für Schulen. | 54 kr. – 14 gr. |
| Dessen praktische Aufgaben zur Einübung derselben. | 36 kr. – 10 gr. |
| (Beide Abtheilungen zusammen bilden ein Ganzes, undkosten 1 fl. 30 kr. – 1 Thlr.) | |
| Hirzels franz. Grammatik. 4te Aufl. | 54 kr. – 14 gr. |
| Dessen franz. Uebersetzungsbuch. | 45 kr. – 12 gr. |
| Dessen franz. Schulwörterbuch. | 1 fl. 36 kr. – 22 gr. |
| (Diese 3 Schulbücher kosten zusammen | 3 fl. 15 kr. – 2 Thlr.) |
| Lutz, Beschreibung des Schweizerlandes. 3 Bände.2te Aufl. | 6 fl. – 4 Thlr. |
| Schweizerbote, eine Wochenschrift für 1827. | netto 3 fl. 20 kr. – 1 Thlr. 21 gr. |
| Stunden der Andacht, 8 Bde. in großem Druck,12te Aufl. auf Schreibp. | 16 fl. 30 kr. – 11 Thlr. |
| – – auf weiß Druckp. | 11 fl. – 7 Thlr. 8 gr. |
| – – auf ord. Druckp. | 8 fl. 15 kr. – 5 Thlr. 12 gr. |
| Unterhaltungsblätter für Welt- und Menschenkundefür 1827. | 12 fl. – 8 Thlr. |