Sie keifte noch weiter, aber Lars war in die Nebenstube gegangen und hatte sich zu Bett gelegt. Er schlief fest, aber nach einer guten Stunde weckte ihn doch die schrille Stimme seiner Schwiegermutter und Trinas lautes Lachen.

Es war Sonnabend, und Peter und Lars gingen heute nicht mehr auf See. Da zog sich Lars hastig an und trat aus dem Hause.

Gegen Mittag war die Sonne durch den Nebel gebrochen; jetzt lag die Welt in goldener Herbstklarheit.

Lars hatte Besorgungen im Flecken. Er ging schnell, als wollte er dem Jammer hinter sich entfliehen.

Im Laden traf er Karen. Linds waren morgens mit ihr hergefahren, und sie war über Mittag bei einer Freundin gewesen. „Kommen Sie doch mit nach Aalby,“ sagte sie, „Lehrer Linds werden nun auch zu Hause sein, sie hatten nur kurz in Norbüll zu tun.“

Da ging er mit ihr. Sie waren beide hoch und schlank und schritten tüchtig aus, und die starke Herbstluft strich ihnen über die Backen und gab ihnen ein warmes Rot. Es lag etwas so Frisches, Junges in der Luft, daß das Blut schneller durch ihre Adern trieb und sich davon ein froher Schimmer in ihren Augen anzündete.

Die starke, junge Herbstluft mochte es auch sein, die ein wenig von der Schwere forthob, die auf Lars’ Schultern lag. Und es war gar nicht mehr, als ringe er jedes Wort wie in Not aus seiner Seele herauf, sondern er redete vertraulich und kam wohl einmal ins Erzählen.

Und ringsum lag die goldig-blaue Klarheit über den Koppeln, und wo der blaue Waldesschatten darüber glitt, da hing es noch wie weiche dunstige Schleier. Und an den trocknen Halmen schaukelten im linden Winde silberne Spinnweben, und in den feinen Wassertropfen spiegelte sich die goldene Klarheit wider. Aber zwischen dem allen jauchzte eines hervor wie ein Freudenschrei: Das waren zwischen den Koppeln da, wo die Meeresarme ins Land hineinlangten, die großen, blauen Wasserflächen.

Und Lars und Karen wandelten mitten zwischen dem Glanze.

Von Zeit zu Zeit stieg es wie ein Verwundern in Lars auf, daß sie ihn so schnell verstand und daß sie beide immer wußten, was der andere dachte und fühlte.