Aber Lars antwortete nicht, und Karen mußte weitergehen.

Es war aber nachher noch ein paarmal geschehen, daß sie über ernste Dinge zusammen zu reden kamen, bis der goldene Oktobertag kam, der die große Wendung brachte.

Es war ein trüber Morgen, und in dem schweren Nebel sah alles Ding traurig und ernst aus und als habe es das Leben tief in sich hineingezogen. Peter und Lars kamen mit schweren Tritten vom Strande herauf. Sie waren müde von der langen Arbeit. Mutter Lassen stand in Larsens Haustür. Sie stemmte die Arme ein und wiegte sich auf und ab. „Sieh, sieh, die vornehmen Herrn Fischer, unsere feinen Herrn kommen zu Hause, Trina!“

Peter warf seiner Mutter ein ärgerliches Wort zu und ging nach seinem Hause weiter. Trina wußte, daß die Art der Mutter Lars quälte, und in ihrer Not lachte sie ihm laut und breit entgegen.

Da ging er ohne Gruß an den Frauen vorbei und setzte sich an den Tisch. Trina brachte ihm zu essen. Und weil sie die Wolken auf seiner Stirn sah, setzte sie sich ihm gegenüber und sann, was sie für ihn tun könne. Über dem Sinnen kam aber das Lachen wieder und wollte nicht aufhören.

„Klein-Trina ist immer lustig,“ sagte Mutter Lassen. „Warum bist du so steif und still, du kleiner Klaus, geh’ hin und sprich mit Vater, erzähl’ ihm was, du dummer lill dreng[5]!“

Aber Klaus drückte sich in die Ecke mit zornigen Augen.

„Willst du ungezogen sein, du dummes Kind?“ Und sie schüttelte ihn heftig bei der Schulter. Trina sah mit angstvollen Augen zu, und ihr Mund zog sich breit, als wolle sie weinen, aber sie lachte nur noch mehr.

Lars hatte schweigend fertig gegessen. „Laß den Jungen!“ donnerte er jetzt.

Da wurde sie wild. „Das will nu so ein feiner Herr sein und in die Bücher studieren und kann doch sein eigen Kind nicht erziehn, und wenn alte Leute mit Erfahrung die Wirtschaft mit dem Jungen nicht mehr ansehen können, so schreit er sie an.“