Im Flecken traf sie Jakob Lind. Der hatte gehört, daß Lars in den letzten Wochen oft betrunken gewesen war.
Aber sie sprachen nicht über das, was sie drückte, diese beiden. —
Jakob Lind und Karen gingen schweigsam den Weg nach Aalby nach Hause. Und das weiche, tastende Geheimnis aus der grauen Luft strich ihnen leise über die ernsten Stirnen.
Karen versuchte es noch ein paarmal, wenn Frau Lind Näharbeit zu Trina Asmussen besorgt haben wollte. Es gelang ihr auch wohl, daß die kühle, fast hochmütige Art aus ihrem Wesen fern blieb. Aber sie kam darum doch nicht viel weiter mit Klein-Trina, und sie fühlte wohl, daß noch etwas wie ein Widerwillen in ihrem Herzen saß gegen die arme Kranke.
Kapitel XXVI
Jakob Lind konnte Lars’ nicht habhaft werden. Er ging ihm nun schon seit vielen Wochen mit finsterm Gesicht aus dem Wege. Da kam ein Tag, an dem sich Peter an der Hand verletzt hatte und ein paar Tage aussetzen mußte mit der Arbeit. Jakob Lind hatte davon gehört, und er ging nach Mutter Stinas Strohdachhaus, und in seinem Kopf steckte ein Plan.
Die beiden Fischer saßen dort auf ihren alten Plätzen. Aber ihre ärgerlich-harten Stimmen klangen ungewohnt unter dem niedrigen Dach hervor. Sie saßen mit den Mützen in die Stirn gerückt und sahen jeder in eine Ecke, und über Mutter Stinas stillem Gesicht lag der Kummer wie eine schwere Last und hatte mit harter Schrift unzählig tiefe Linien hineingegraben.
Sie rührten sich alle kaum, als Jakob Lind eintrat, und grüßten ihn nur mit den Augen. — Er fragte nach Peters Hand, und wen Lars zum Ersatz in seinem Boot hätte heute nacht. Denn die Luft war milde und still und günstig zum Fischen. Lars gab eine mürrische Antwort, weil er niemand hatte, denn im Sommer arbeiteten die zwei andern nicht mit ihnen. Da blitzte es fast lustig auf in Jakobs Augen. „So nimm mich mit, Lars, ich möchte einmal helfen.“
Da sahen sie wirklich aus ihren Ecken heraus und sahen sich an, und beide Fischer lachten halblaut vor sich hin. „Das wird wohl schwer halten, Herr Lehrer,“ sagte Peter, und er hatte etwas Mitleidiges dabei.