Und Peter wußte, daß Lars immer mehr Geld auf die Sparkasse brachte, und daß er es zu etwas gebracht hatte in den letzten zwei Jahren. Auch sah er, wie sich die Leute von Lars führen ließen und daß es doch Hand und Fuß hatte, was er riet. Da wachte auch die alte Anhänglichkeit wieder auf, und er fing wieder an, zu Lars aufzusehn. Und hinter Lars’ Rücken rühmte er ihn vor den Leuten und machte ihnen klar, was Lars wolle, und kämpfte für seine Pläne. Und Peter kamen die Worte leichter als Lars, daß er manch einen gewann.
Sie erreichten es auch, daß der Fischdampfer nicht von dänischem Gelde gekauft wurde. Das meiste hatten die Fischer selbst bestritten, und es hatte viel Geld gekostet. Peter und Dora hätten gern gewußt, wieviel Lars dazugegeben hatte, aber sie bekamen es nicht heraus. Es mußte viel gewesen sein, meinten sie, weil er wieder so hart an der Arbeit war.
„Das ist ja gar kein Leben,“ sagte Peter und stand mit den Händen in den Hosentaschen dabei. „Man will doch einmal absetzen und wissen, daß man lebt.“
Aber Lars sah gar nicht auf, sondern hob den Ballen Seegras und trug ihn fort. Dann kam er zurück. „Sieh, Peter, wenn du mir mal hilfst, will ich hier einen Damm ziehen, damit mir die See nicht jedes Jahr über dies Land spült; dann kann das mal eine gute Wiese werden. Ein paar Kühe können wir uns dann vielleicht auch noch kaufen.“ — Peter schüttelte den Kopf, aber er faßte an und half das trockne Seegras hereinschaffen.
Peter aber konnte nicht wissen, wann Lars „lebte“. Wenn er sich freute, dann schwieg er gerade so, wie wenn er litt.
Aber doch wußte Lars jetzt, daß er lebte.
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Es war ein warmer Frühlingsmorgen. Der Regen hatte alles reingewaschen, nun kam der weiche, starke Wind vom Meer und streichelte mit dem Sonnenschein um die Wette an den jungen, feinen Blättern herum. Neben Lars’ Garten lief eine Quelle, die murmelte und rauschte, als ließe sie sich keine Zeit, vor Lust hineinzulaufen in den Sonnenschein und hinunter zu hasten nach dem großen Wasser. Lars saß auf der kleinen Bank am Haus, und sein Schatten fiel scharf und blau an die weiße Wand.
Trina trat aus der Tür. Es war Sonntag, und Lars hatte das gute, blaue Zeug an. Trina strich ihm ein Stäubchen fort, und ihre Hand nahm sich Zeit, wie eine Liebkosung. Lars sah in die weiche Bläue hinein und hielt wohlgefällig still. Er streckte die langen Beine in die Sonne, und ihm war wohl. Er konnte einmal aufatmen ohne Sorgen und wissen, daß er an seinem rechten Platze stand. Darum war ihm wie damals, als er ein Junge war. Er hätte sich wälzen mögen in dem frischen, jungen Grün vor lauter drängendem Behagen.
Jakob Lind kam über die Höhe zwischen dem wogenden jungen Korne daher. Er schlenderte gemächlich und hatte den Hut abgenommen.