„Er hat die Musik von Großvater,“ sagte Lars wohlgefällig. „Aber siehst du, Jakob, aus dem wird auch nichts weiter.“
Da nickte der. „Es mag wohl auch so am besten sein,“ sagte er und stand auf.
„Ich meine es beinah auch,“ sagte Lars. —
Und dann saß Lars noch eine Weile. Klaus war weiter fortgegangen mit seiner Ziehharmonika. Aus der Ferne kam das Klingen, und es paßte sich zusammen mit dem Murmeln des Baches. Und wie beides hineinschwamm in den Sonnenschein, war es wie eine heimliche Traulichkeit und ein sinniges Behagen in der weichen Frühlingsluft.
Ja dieser Zeit taute etwas auf in Lars’ Innerm. So etwas, was noch immer wie in hartem Krampf in sich verschlossen gelegen hatte. Bei all’ seiner Schweigsamkeit war doch etwas warmes Menschliches an ihm zu spüren. Trina wagte es auch wohl einmal, von Grund aus fröhlich zu sein, wenn der lange Lars in der Nähe war, und es saß jetzt manchmal in seinen Augen wie bei Großvater, ganz heimlich und versteckt, wie der Schalk. —
Sie lebten nicht mehr wie die Hamster oder Dachse, jeder nur für seine saure Arbeit und jeder in seinem eigenen Bau, sondern sie kamen alle zusammen, wenn sie Zeit hatten, und waren fast fröhlich dabei.
Am häufigsten kamen Lars und Trina mit ihrem Jungen und Peter mit seiner ganzen Familie Sonntags zu Mutter Stina herüber. Und Mutter Stina bediente sie und saß mit ihrem traurig-ernsten Gesicht zwischen ihnen, sagte selten ein Wort und war doch von Herzen froh.
Oder sie packten ihre Boote bis oben voll mit ihren schreiend-fröhlichen Kindern und fuhren mit ihnen über die Bucht, hinüber zu Kords oder nach Aalby zu und gingen zu den Linds hinauf.
Aber all das waren Feiertage in ihrem Leben, denn in ihrer harten Arbeit ließen sie nicht nach. Aber daß Lars überhaupt mit andern Feiertage haben konnte, das war das Neue, was er nun endlich in seinem Leben gelernt hatte.
Auch an Trinas Freuden und Wünsche dachte Lars jetzt manchmal. Als ihr Geburtstag herankam, da hörte er gegen Abend mit seinem harten Mühen auf und kam mit seinem Handwerkszeug vom Strand herauf. In der einen Hand trug er vorsichtig einen langen geräucherten Aal. Den brachte er ihr zum Geschenk. Der sollte heute abend gegessen werden.