Er saß hart am kleinen Fenster und stützte den Ellbogen auf das Fensterbrett. Eine Weile sah er hinaus in die finstere Nacht und friedlich, wie Weihnachtsglocken, ging es ihm durch den Sinn, was Jakob Lind ihm vorgestern gesagt hatte: „Karen kommt übers Fest zu uns.“ Lars würde Karen nicht sehn — aber sie war da. Karen war wieder in Aalby.

Und dann sprachen sie mit ihm, und er antwortete. Und es war eine Milde in seiner Art, wie sie erst in den letzten Jahren im großen, starken Lars aufgewacht war.

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Bald nach Weihnachten drehte sich der Wind nach Südwest, und über die klare, harte Bläue zogen graue Dünste. Es fiel von Zeit zu Zeit ein wenig Schnee, und in den letzten Nächten hatte es Rauhreif gegeben. Am frühen Morgen ging Lars nach dem Rick hinunter, um nach dem Eis zu sehen.

Sehr still und glitzerig lag die Winterwelt. Lars hörte kaum seinen eigenen Tritt im frischen Schnee.

So still war es auch in ihm geworden, ging ihm der Gedanke durch den Kopf. Immer so gerade vor sich hin ging Lars Asmussen. Nicht, daß er ein helles Ziel sah, auf das er zuschritt, aber weil er sich selbst treu geblieben war und auf seinem eigenen Wege ging, darum war er so ruhig geworden. In den harten Jahren des Mühens und des mühseligen Grübelns war ihm endlich eine Antwort gekommen aus der großen Ordnung heraus. Die trug er tief hineinversenkt in seiner schweigenden Seele. Selbst Lars Asmussen wagte kaum daran zu rühren. Aber seit sie ihm geworden war, da wankte er nicht mehr.

Lars war so tief in Gedanken, daß er fast erschrak, als ihn Peter anrief. „Der Eisbrecher ist heute endlich wieder los gegangen,“ sagte Peter.

„Dann können wir in der Rinne heute nachmittag fischen,“ sagte Lars, und es blitzte auf in seinen Augen.

„Wir wollen doch lieber warten, bis die Dampfer die Rinne ordentlich ausgefahren haben. Auf einmal dreht sich der Wind, und wir kriegen das Treibeis an den Hals.“