Michelsen II war ein Tyrann und wegen seiner Mißgunst unbeliebt. Es hielten wohl manche zu ihm, die an dem rothaarigen Faulpelz wegen seines Witzes ihren Spaß hatten, oder die er durch sein großes Taschengeld gewonnen hatte. Aber da der sehnige, kleine Quintaner auf ihn einsprang, standen sie alle zur Seite und warteten gespannt.
Blaurot vor Zorn, die roten Borsten gesträubt, warf sich der große Junge mit dem ganzen Übergewicht seines schweren Körpers gegen den Kleinen.
Lars wurde zurückgedrängt, aber er machte eine wendige Biegung und hatte den plumpen Großen untergefaßt. Und es war sonderbar, als die großen, schweren Fäuste ihm auf Kopf und Rücken zu hageln begannen, wuchs eine Wut in ihm, die mit jedem Schmerz an Kraft zunahm und ihm in alle Glieder fuhr, daß sie stahlhart wurden und drückten und preßten und wieder schlugen und zupackten, daß ihm der Atem keuchend herausfuhr, und er es doch nicht gewahr wurde.
Da tat der unbeholfene Dicke in seinem Bemühen, Lars an die Mauer zu drängen, einen Fehltritt. Lars aber packte zu, und keiner konnte sagen, wie es geschah, aber der Dicke lag am Boden, und Lars’ Fäuste trafen ihn ins Gesicht.
„Den Fuß hast du gestellt, du hast gemogelt,“ schrie der Dicke von unten herauf.
Aber Michelsen I, der gleichmütig zugesehn hatte, sagte: „Das ist nicht wahr.“
Da stand Lars auf, blaß und ohne Atem — aber von dem Tage an achteten ihn seine Mitschüler, und der kleine Jakob war sein getreuer Anhänger.