Der Wind hatte die ganze Woche eiskalte Regenböen über das Wasser gepeitscht. Weiße Säume waren an ihren Kleidern, wenn sie wie rasend über dem schwarzen Wasser dahergelaufen kamen. Und die Fischerboote duckten sich und bäumten auf und scheuten, wie wildgewordene Pferde, wenn sie auf sie einstürmten. Es war ein saures Arbeiten, und ein paarmal waren ihnen die Boote voll Wasser geschlagen, daß sie alle ernste Gesichter machten und zu schöpfen begannen auf Tod und Leben. Aber es war noch immer gut gegangen, und sie wollten nicht gern zu Hause bleiben, weil der Fang reich war in diesen Herbstmonaten. Aber den Alten war diese Zeit sauer geworden.

Der alte Händler, bei dem Großvater schon so lange, wie Lars denken konnte, seine Fische verkaufte, war gestorben, und sie mußten sich einen neuen suchen.

Die Fischer rings um die Bucht hatten alle viel gefangen, darum drückten die Händler die Preise unmäßig herunter. Peter aber hatte gelesen, daß die Heringe in der Nachbarstadt weit höher im Preise standen. Da schickten sie die Fische dorthin. Aber die Händler hatten es gemerkt, und, weil sie untereinander verbunden waren, nahmen die in der anderen Stadt die Fische nicht an. Der Bescheid kam an die Fischer, daß die Sendung unterwegs verdorben sei.

Da war das schwere Ringen mit dem schwarzen nassen Feinde umsonst gewesen. Großvater streckte die steifen milden Glieder und sagte weiter nichts. Aber in Lars stieg wieder der finstere Zorn auf.

Der Herbst hatte trotz der vielen Fische keinen guten Verdienst gebracht. So mußte im Winter tüchtig gearbeitet werden. Aber es war ein harter Winter. Eine Zeitlang stand das Eis auf der Bucht, da mußten sie zu Hause bleiben. Lars holte wieder einmal seine lieben, alten Bücher hervor und saß in der Stube bei Mutter Stina und las und las, und wenn sie mit ihm sprachen, gab er keine Antwort und sah sie alle zornig an. Und Mutter Stina ging leise um ihn herum und sorgte, daß er Ruhe hatte.

Und dann stand Lars wieder am Strand und sann darüber nach, was das Leben wohl von ihm wolle.

Als es ein wenig taute, und der Wind das Eis an die andere Seite der Bucht trieb, gingen sie wieder hinaus. Aber es war nicht gut mit den Fischen. Vor der Bucht hatten die Fischer von draußen Stellnetze gezogen. Die draußen hatten einen guten Verdienst, aber die Heringe fanden keinen Weg mehr in die Bucht herein, und so war hier der Fang nur gering. Peter Lassen schimpfte und fluchte jedesmal, wenn sie mit dem kleinen Fang nach Hause kamen, und Lars hatte zornige Augen. Aber die beiden Alten blieben ganz gleichmütig. Und alle vier blieben stetig bei der Arbeit, selbst wenn sie kaum der Mühe zu lohnen schien. Und in ihrer zähen Stetigkeit brachten sie es doch weiter als manche andere.

**
*

Sie hatten alle Achtung vor den beiden Jungen.

Viele von den struppig-grauen, wetterharten Köpfen nickten bedächtig, wenn sie von Lars Asmussen und Peter Lassen sprachen.