Unter den Jungen waren aber manche, die mit der breiten Hand durch die Luft schlugen, als wäre es nicht viel wert, von den beiden zu reden. Sie gingen so ruhig vor sich hin und unternahmen auch nichts Rechtes.
Aber Peter sagte: „Ja, das ist eine feine Art, wie dazumal Klaus Toms. Der fuhr heraus in Sturm und Eis außen vor die Bucht und ging da vor Anker, Mut hatte er wohl, und Fische kriegte er auch die schwere Menge da draußen. Und dann wollte er Gut davon haben und ging jeden Abend nach Seegade an Land ins Wirtshaus. Und als er nach vier Wochen wieder zur Frau zurückkam, brachte er ihr ein feines Geschenk mit; weißt du, was das war? — Hundert Mark Schulden!“
Aber die andern gingen fort und murmelten, es sei man bloß, weil die zwei sich fürchteten mit ihrem eigengemachten Boot.
Aber wenn dann die zwei Jungen ihre Segel setzten und in ihrem neuen Boot so ruhevoll, fast feierlich dahinglitten und ihnen allen vorbeiliefen, dann waren sie still und sahen nach der andern Seite.
Und auch darauf hatte Peter eine Antwort, wenn sie an ihm stichelten, daß er und Lars zu keinem Spaß zu haben seien.
„Wo viele zusammen sind,“ sagte er, „da hat immer einer Durst. So kommt das Trinken zuwege. Ein ordentlicher Mensch ist besser für sich.“
Und Lars und Peter wußten es, daß sie ordentliche Menschen waren. Und sie trugen den Kopf hoch und steif. Lars vergaß es manchmal über all seinen krausen, grübelnden Gedanken, aber bei Peter war das Bewußtsein eigentlich immer gegenwärtig. Das gab ihm etwas Sicheres, Zufriedenes und seinen Augen ein fröhliches Licht. Nur ganz selten kamen wohl aus der Rumpelkammer von Peters Herzen Erinnerungen herauf an etwas Helles, das in sein Leben hereinfiel wie Sonnenlicht. Dann wurde er mürrisch, und sein großartiges Wesen war herausfordernd und verletzend.
Peter und Lars waren auch selten mit andern jungen Leuten zusammen. Aber wenn bei Hans Peter Lassen die Fischer von Wanbyll saßen, dann kamen die zwei mit ernsten Gesichtern und gesellten sich dazu.
Zwei von den Fischern waren ältere Männer. Kords, der dritte, war noch jung, aber so gut wie ein Krüppel. Beim Netzeinziehen hatte er einen Seeteufel mit der Hand gefaßt. Da war eine böse Vergiftung entstanden, und der Arm blieb gelähmt. Dem Fischer kam nur die Unfallversicherung nach dem landläufigen Tagelohn zu, und die war gering. Kords hatte etwas Finsteres, als wäre er immer in Zorn. Das kam, weil er mit der Frau und den vielen kleinen Kindern im Elend saß.