Aber auf einmal lachte Onkel Gust behaglich in sich hinein: „Ach so — ach so,“ sagte er.
Miete aber gab Lars einen kleinen Stoß. Da stand er auf. „Na denn man zu, Onkel.“
Er tat es für sie, sagte sich Lars und folgte Onkel Gust durch die Dämmerung nach dem Gasthause.
Würdevoll und in sich gefestigt mit hallenden Tritten ging Herr Asmussen voraus. Lars blieb lässig ein wenig zurück, denn er kam widerwillig. Er wußte, was Onkel Gust von ihm wollte. Er sah immer vor sich hin, wo die großen Wasserpfützen heller auf dem dunklen Weg schimmerten; aber vor sich sah er Aage Michelsens dickes Gesicht. Das hatte jetzt einen roten Schnurrbart und würdige Falten. Denn Aage war Herrn Tiensens Mitarbeiter geworden. Er verdiente ein schönes Geld. Sein Bruder Swend hatte es Lars damals, als er Soldat war, selbst gesagt.
„Wir Dänen mögen die Sorte auch nicht,“ hatte Swend fast höhnisch gelacht. „Drüben kriegt er Geld fürs Jammern und hier fürs Schimpfen!“
Aber Herr Asmussen hatte eine große Bewunderung für Aage Michelsen, und er wollte, daß Lars ihn reden hören sollte. Lars war auch schon ein paarmal mitgewesen um Mietes willen. Und in Gedanken sah er sie alle im blauen Tabaksqualm sitzen um den Stammtisch, und das häßlich grelle Wirtshauslicht flirrte über all die selbstzufriedenen Gesichter und über die behaglich würdigen Falten der dunklen, zuverlässigen Anzüge. Lars ärgerte sich, wenn er daran dachte, und stapfte mitten durch die Wasserpfützen, daß es patschte.
Aber er wollte so gern darüber hinaus über das Einerlei des Fischefangens, und er wußte doch einmal keinen Weg. Und das wußte er, Miete wollte es so, daß er sich zu Onkel Gusts Freunden halten solle.
Aber mit eins, wie sie auf den Damm kamen, packte die beiden der Nordost, wie mit wilden, mutwilligen Fäusten. Herr Asmussen griff hastig nach seinem Hut.
Der kleine Meeresarm, den der Damm vom Wiesenland trennte, lag heute nicht wie vergessen zwischen seinen grünen Ufern. Heute wußte er es wieder, daß er ein Teil war von der Kraft, die stärker ist als der Mensch. Die schwarzen Arme langten von unten herauf und griffen in den Damm, und aus der Tiefe kam ein fauchendes Geheul.