An der Schleuse wogte es dunkel hin und her über den Damm. Da arbeiteten die Männer. Einer faßte hart an Larsens Arm. „Wir brauchen mehr Hände zur Hilfe, Lars, sonst bricht der Damm, und es fehlt auch die Aufsicht.“ Das war Kords Stimme. Lars sah schnell nach den kleinen Häusern in der Wiese hin und dann auf Onkel Gust.

„Ja wo ist denn der Ortsvorsteher?“ fragte der.

„Der hat heute morgen früh über Land gemußt,“ sagte Kords.

„Merkwürdig, diese deutschen Beamten!“ sagte Herr Asmussen. „Komm, mein Jung, das geht uns nix an.“ — Schweigend, mit der tiefen Falte mitten auf der Stirn, ging Lars bis an die Wirtshaustür. Er sah über Onkel Gusts Schulter in den warmen, hellen Raum, und die Stimmen klangen Lars wie schnurrendes Behagen in die finstere Nacht hinaus. Sie saßen fast alle da wie immer — am dänischen und am deutschen Tisch. Da schlug er die Tür hart hinter Onkel Gust zu, und der Sturm packte ihn in der Dunkelheit mit wildem Geheul.

„Es geht nicht, Lars,“ brüllte ihm Kords zu, als er wieder bei ihm war, „mein Arm will noch nicht, und wir brauchen alle Kräfte.“ Und von unten aus der Finsternis klang es wie höhnendes Geheul zu den Männern herauf, aber sie verstanden nicht, was das Meer ihnen sagte, und packten zu mit ganzer Kraft.

Sie zündeten große Feuer auf dem Damm an und arbeiteten im flackernden Schein. Und die schwarzen hastenden Gestalten mit ihren jähen, großen Bewegungen warfen lange, unheimliche Schatten über den Damm.

Und das Meer griff herauf und biß sich in den Damm und brüllte und kreischte vor Wut.

„Her mit den Sandsäcken,“ kam Lars’ Stimme tief und laut über das Getöse. Und er hob sie, und klatschend versanken sie im weißen Gischt, und kalt und naß spritzte es ihm ins Gesicht. Und Kords hob den Hammer mit seinem einen Arm und holte weit über seinem Kopfe aus und ließ ihn auf die starken Pfähle niedersausen.

Aber die See langte mit weißen Fingern am Pfahl herauf und riß und lockerte an seinem Grund und heulte und lachte dazu mit klatschendem Jauchzen.