„Kords, das Ding haftet nicht mehr,“ sagte ein alter Arbeiter und spuckte in das wirbelnde schwarze Wasser. Aber Kords fluchte vor sich hin und arbeitete weiter.

„Komm weg, Lars, das kann hier jeden Augenblick brechen, und es nützt ja jetzt nix mehr,“ schrie einer Lars in die Ohren. Aber Lars biß die Lippen aufeinander und sagte kein Wort.

Immer die unheimlichen, weißen Finger voraus kam sie heraufgekrochen, und der schwarze, wogende, ringelnde Leib preßte sich an den Damm, und wo eine schwache Stelle war, da biß sie hinein und nagte, wuchs und wuchs.

Und endlich mußten sie zur Seite stehen und warten. Und das rote flackernde Feuerlicht zuckte auf ihren finsteren unbeweglichen Gesichtern hin und her, und der Wind kam aus der Finsternis gefahren und schrie und zerrte um sie, und sie standen und warteten.

Und es kroch herauf, immer herauf, und sie konnten nichts, als stehen und warten. Manchmal fluchte einer und sah nach den kleinen ärmlichen Häusern hinüber, wo die Lichter ängstlich hin und her tanzten. Aber meist standen sie ganz still, die Hände in den Hosentaschen mit zornigen Augen. Und die stillen, wetterharten Gestalten im roten Flackerlicht und der jaulend zornige Wind und der schwarze kriechende Feind mit seinem lachenden Geheul hielten zusammen die Wacht.

Und die Minuten rannen hin und die Viertelstunden, und es war ihnen, als ginge die Nacht darüber hin.

Und dann kam ein dumpfes Krachen und Rutschen. —

„Der Damm bricht!“ schrie Kords Stimme über das Getöse.

Da sprangen sie alle in die Wiese hinunter und liefen nach den kleinen Häusern hin.