„Mensch, is sie verrückt?“

„Großvater is manchmal so bockig und kann nich hören, und er wollte nich aufbleiben mit uns und wachen. Und taub is er auch. Nu liegt er in der Dachkammer und schläft.“

Da fing sie laut an zu heulen.

Aber Lars war schon umgekehrt. Jetzt ging ihm das Wasser bis an die Hüften. Er wußte, wo dicht bei am Damm sonst ein Boot lag. Aber es war nicht leicht, sich zurechtzufinden in der heulenden Finsternis.

Und die schwarzen Arme zerrten und hielten, und die weißen Finger leckten hoch und immer höher. Da kam das Etwas aus der Tiefe seiner Seele heraufgequollen, was so weit unten im Grunde schlief und über dem das träumerische Wesen gebreitet lag, wie eine dichte Nebelschicht. Es war wie eine heiße Kraft und ein ganz unbändiges Wollen, daß er, den Kopf vorgestreckt, wie ein böser Stier gegen den wütenden, schreienden Sturm und die schwarzen Arme rang.

Jetzt brüllte sie ihm das alte Lied in die Ohren, das er als kleines Kind schon gehört: „Mein bist du!“

Aber sein Manneswillen war stärker als sie.

Und jetzt hatte er es erreicht.

Er schwang sich hinein und schnitt die Stricke los. Aber um Gottes willen die Riemen!

Es waren keine Riemen in dem Boot.