Draußen hörte man einen Hund bellen. —

„Ich wollte dich fragen, ob du mir Miete zur Frau geben wolltest,“ sagte er, und die Stimme war sehr tief und fast hohl.

Da veränderte sich Herr Asmussen, wie wenn im April die Sonne durch die Wolken bricht. „Mein lieber Lars!“ sagte er gerührt, und auch seine Stimme klang tief, aber mehr im Fett erstickt. „Ich habe mir immer gedacht, daß du wieder zu uns kommst. Der Stand, dem du angehörst, ist ja unmöglich für dich. Bei deiner Begabung läßt sich alles in kurzer Studienzeit nachholen. Ja, ja, ich glaube schon, daß die klein’ Deern „ja“ sagen wird. Und ihr seid ja jung; bis du dich wieder soweit eingearbeitet hast, daß du reif bist für den Posten, so lange könnt ihr ja gut warten — und —“

„Was meinst du eigentlich Onkel?“ Lars stand hoch aufgerichtet und sah ihn mit weiten Augen an.

Aber Herr Asmussen war schon an der Tür — „Miete — Miete!“ rief er die Treppe hinunter. „Ich wußte es ja, und ich habe die ganze Zeit eine nette kleine Stelle für dich im Auge behalten — aber sieh, da bist du ja schon, klein’ Deern, na, na, da will ich euch lieber allein lassen,“ und er lachte leise, — noch hinter der Tür hörten sie ihn lachen.

Miete stand vor ihm, und sie sah halb verlegen zur Seite, und in den weichgeformten Backen ging das Blut auf und ab. Und es war zwischen ihnen wie eine heiße Welle, die hin und her wogte und den Blick zu trüben schien, daß kein Überlegen mehr war, nur das heiße Müssen.

Sie wußten es beide nicht, wie lange sie so in seinen Armen gelegen hatte.

Aber wieder war es Tante Jette, die die Tür hart aufklinkte. Miete sprang auf mit glühenden Backen, und Lars stand neben ihr, hochatmend mit dunklen Augen.

„So,“ sagte Tante Jette, und setzte sich, „nun wollen wir erst mal vernünftig reden.“