Einen Augenblick sah er von einem zum andern mit seinem blassen, unbeweglichen Gesicht. Er sah jetzt seiner Mutter ähnlich. — „Leb wohl, Miete!“ sagte er.

Ihre Finger lagen noch immer weich auf seiner Hand. Jetzt lehnte sie sich an ihn, und ihre ganze Gestalt war sehnende Hingabe. „Lars, kannst du denn gar nichts für mich tun? Wenn du mir versprichst, dich zu uns zu halten, weiter gar nichts?“

Da faßte er sie plötzlich bei den Schultern und sah ihr ins Gesicht. Sie versuchte zu lächeln, aber sie konnte ihm nicht gerade in die Augen sehn. Etwas Unbestimmtes — Verstecktes glitt über das helle, weiche Gesicht. — „Jetzt weiß ich, daß du mich betrügen willst, Miete Asmussen, um mich einzufangen.“ Seine Stimme klang sehr hart. „Und Gott weiß, daß du stark bist!“ — Er schob sie fort und wollte nach der Tür. Aber Miete beugte sich vor und sah ihm in die Augen, daß der Blick sich gleichsam in sein Innerstes wühlte.

„Du kommst wieder!“ flüsterte sie.

„Nein,“ sagte er.

Kapitel XIX

Das waren böse Tage, die nun für Lars Asmussen gekommen waren. Es lag alles im Trüben und hatte keinen rechten Sinn. Und er fühlte nur, daß es wund war in ihm. Aber da hatte ihm eines Tags Peter Lassen etwas erzählt, das brachte eine Weile so ein klares, ruhiges Fühlen in ihn, wie wenn Karen mit ihm redete.

Was Peter ihm aber erzählte, war so gekommen:

Peter kam einmal im Sonnenschein über die Koppeln. Er ging aufrecht und trat fest auf und pfiff laut und fröhlich. Peter war zufrieden mit dem frischen, starken Wind und vor allem mit Peter Lassen. Er rechnete den Verdienst der letzten Woche zusammen, und auch damit war er zufrieden.