Lars konnte nicht auf Arbeit gehen, Trina folgte ihm auf Schritt und Tritt, fast wie ein Hund, und wenn sie ihn nicht sah, geriet sie in Aufregung.
Und der kleine Klaus verlernte das Lachen dabei.
Es war wieder Frühling geworden darüber. — Die weißen Wolken zogen durch das weiche Blau, kleiner und kleiner werdend in der duftigen Ferne, daß ein unnennbares Sehnen in den Menschen aufstieg, wenn sie hinausblickten in den weitausgespannten Raum oder über die See mit ihrem weichen blauen Schleier. Die Stachelbeerbüsche streckten vorschnelle, grüne Finger in die Luft, und im ersten warmen Strahle flügelten gelbe Falter zwischen den weißen Anemonen und den kleinen farbensatten Veilchen. Und weiterhin nach der Hölzung zu machten die gelben Primeln ihre weiten Sonnenaugen auf, und ein paar Rotkehlchen jauchzten sich zu, als müsse die Lust die kleine Kehle sprengen.
Unterhalb von Mutter Stinas Garten saß Trina am Strande und strickte. Die Sonne blinkerte auf den Stricknadeln.
Dicht vor ihr auf dem Rick arbeitete Lars an den Netzen. Von den großen, schwarzbraunen Geweben sickerte das Wasser in silbersprühenden Tropfen. Außer dem Vogelgezwitscher klangen von Zeit zu Zeit seine schweren Holzschuhe dumpf von den Brettern herüber.
Auf einmal drehte er schnell den Kopf nach Trina hin. Sie hatte so sonderbar gerufen. — Da sah er, wie sie aufsprang und das Strickzeug von sich in die See warf. So schnell sie laufen konnte, stürmte sie den Strand entlang; kaum konnte der lange Lars ihr folgen. Auf einmal machte sie eine Wendung nach der See hin und lief in das Wasser hinein, daß es aufspritzte.
Lars war noch nicht heran, da hatte sie sich hineingeworfen.
Es war dort nicht tief genug, um gefährlich zu sein. Aber sie war durchnäßt und beschmutzt, als Lars sie ans Ufer zurückführte, und der rote Trollsen, der gerade vom Fischen kam, blieb stehen und sah ihnen nach.
Das alte Strohdachhaus war das nächste. Mutter Stina brachte sie zu Bett, und ihre leise, freundliche Stimme redete der Kranken gut zu. Da wurde sie ein wenig ruhiger, aber sie verlangte immer nach Lars.
Sie hatten ihr nasse Tücher auf die Stirn gelegt, und Lars saß bei ihr mit seinem stillen Gesicht, in das der Kummer scharfe Linien zu graben begann. Ein schummerig-grünliches Licht war in der Kammer, und allmählich kam Trina in Schlaf, und Stunde um Stunde saß Lars und wachte bei ihr.