Sie hörte mir ein paar Tage lang zu, wenn ich so redete, ohne ja oder nein zu sagen. Heute morgen sah ich, daß sie dabei war, ihr Bündel zu schnüren. »Wir wollen zurück nach Brindaban«, sagte sie. »Geben Sie uns das Geld für die Reise! Ich weiß, daß sie nicht nach Brindaban reisen wird und daß ihre Reisekosten eine hübsche Summe ausmachen werden. Deshalb komme ich zu dir.«

»Die Summe, die sie fordert, soll ihr bezahlt werden«, sagte ich.

»Die alte Frau ist gar nicht so übel«, sagte mein Lehrer nachdenklich. »Pantschu war unsicher wegen ihrer Kaste und wollte nicht dulden, daß sie die Wasserkrüge oder überhaupt etwas von seinen Sachen anrührte. So zankten sie sich beständig. Als sie sah, daß ich nichts gegen ihre Berührung hatte, sorgte sie mit großer Hingebung für mich. Sie ist eine ausgezeichnete Köchin!«

»Aber der ganze Rest von Pantschus Achtung für mich schwand. Bis zuletzt hatte er noch geglaubt, daß ich wenigstens ein harmloser und einfältiger Mensch sei. Aber hier mußte er nun sehen, wie ich ganz unbedenklich meine Kaste aufs Spiel setzte, um die alte Frau für meinen Zweck zu gewinnen. Hätte ich versucht, ihr den Rang abzulaufen, indem ich irgend jemandem eine Zeugenaussage eingedrillt hätte, das wäre etwas anderes gewesen. Kriegslist muß man mit Kriegslist begegnen. Aber daß man sie auf Kosten der Strenggläubigkeit übt, ist mehr, als er ertragen kann!«

»Jedenfalls muß ich auch nach der Abreise der Frau noch ein paar Tage bei Pantschu bleiben, denn Harisch Kundu heckt vielleicht eine neue Teufelei aus. Er hat zu seinen Trabanten gesagt, daß er sich begnügt hätte, Pantschu mit einer Tante zu versehen, aber ich wäre sogar soweit gegangen, ihm einen Vater zu verschaffen. Nun wollte er sehen, wie viele Väter dazu gehörten, um ihn zu retten!«

»Ob es uns gelingt, ihn zu retten, oder nicht,« sagte ich, »wenn wir zugrunde gehen bei dem Versuch, unser Vaterland aus den tausend Schlingen zu retten, die diese Leute ihm aus Religion, Sitte und Selbstsucht drehen, so wird unser Ende glücklich sein.«


BIMALAS ERZÄHLUNG

XIV