»Ich komme, um dir die Mitteilung zu machen, nicht, dir meinen Rat anzubieten.«

»Wenn diese Besitzungen mir gehörten, so wären es die Priester, die diese Warnung brauchten. Wenn du, statt zu versuchen, mich einzuschüchtern, ihnen eine Probe deiner Energie gegeben hättest, das wäre deiner und meiner würdiger gewesen. Weißt du, daß deine Schwäche auch die Zemindars der Nachbarschaft ansteckt?«

»Ich habe dir meinen Rat nicht angeboten, Sandip. Ich wollte, du behieltest deinen auch für dich. Er ist außerdem ganz überflüssig. Und noch etwas anderes möchte ich dir sagen. Du und deine Anhänger haben im geheimen meine Leute bedrückt und geplagt. Das kann ich nicht länger dulden. Daher muß ich dich bitten, mein Gebiet zu verlassen.«

»Aus Furcht vor den Muselmännern, oder willst du mir noch eine andre Furcht einjagen?«

»Es gibt eine Furcht, die nur die Feigen nicht kennen. Im Namen dieser Furcht sage ich dir, Sandip, daß du fort mußt. In fünf Tagen werde ich nach Kalkutta reisen. Ich möchte, daß du mich begleitest. Du kannst natürlich in meinem Hause dort wohnen, dagegen habe ich nichts.«

»Gut, ich habe also noch fünf Tage Zeit. Inzwischen will ich Ihnen, Bienenkönigin, deren Stock ich nun verlassen muß, mein Abschiedslied summen. O, du Dichter des modernen Bengalen! Öffne mir deine Tore weit und laß mich deine Verse plündern! Eigentlich bist du der Dieb, denn es ist mein Lied, das du dir zu eigen gemacht hast, — aber mag es meinetwegen deinen Namen tragen, es gehört doch mir.« Damit stimmte er mit seiner rauhen, etwas unsichern Baßstimme ein Lied nach der Bhairavi-Weise an:

Im Lenze deines Königtums, Geliebte,
Da jagten sich Begegnen und Trennen in endlosem Spiel,
Und Blumen erblühten auf der Spur der alten, die im Schatten welkten und starben.
Im Lenze deines Königtums, Geliebte,
Da erquoll jeder Begegnung mit dir ein Dankeslied.
Doch hat nicht auch mein Abschied dir eine Gabe zu bieten?
Ein zartes Hoffnungsblümchen, das ich heimlich im Schatten deines Blumengartens hegte:
Mögen des Juliregens kühle Schauer
Süß lindern deines Junis Glut!

Seine Kühnheit kennt keine Schranken, — sie ist unverhüllt und nackt wie das Feuer. Man kommt gar nicht dazu, ihr Halt zu gebieten, ebensowenig wie man einen Donnerkeil aufhalten kann. Der Blitz flammt plötzlich auf, allen Widerstand verspottend.