Ich gab keine Antwort, sondern beugte mich über meine Kuchen, die ich mit geriebenen Kokosnüssen füllte.

»Nun, ich muß gehen«, sagte die Bara Rani, nachdem sie mich noch einmal verwundert angestarrt hatte. »Ich muß mit Bruder Nikhil sprechen und dafür sorgen, daß mein Geld nach Kalkutta geschickt wird, bevor es zu spät ist.«

Kaum war sie fort, so überließ ich die Kuchen sich selbst und stürzte in mein Ankleidezimmer, das ich von innen abschloß. Meines Gatten Kittel mit den Schlüsseln in der Tasche hing noch da, — so vergeßlich war er. Ich nahm den Schlüssel zu dem eisernen Geldschrank von dem Ring und steckte ihn zu mir.

Da klopfte es an die Tür. »Ich bin beim Anziehen«, rief ich. Ich hörte, wie die Bara Rani sagte: »Noch vor einer Minute sah ich sie beim Kuchenbacken, und jetzt ist sie mit ihrem Putz beschäftigt. Mich soll wundern, was ihr danach einfällt! Gewiß haben sie wieder eine ihrer Bande-Mataram-Versammlungen.« »Höre einmal, Räuberkönigin,« rief sie zu mir herein, »bist du dabei, deine Beute zu zählen?«

Als sie fort waren, öffnete ich den eisernen Geldschrank. Ich weiß nicht, was mich dazu veranlaßte, vielleicht hatte ich die geheime Hoffnung, daß alles ein Traum gewesen sei. Wie, wenn ich beim Öffnen der inneren Schublade die Geldrollen an ihrem Platze fände?... Ach, alles war so leer wie das Vertrauen, das ich verraten hatte.

Ich mußte die Komödie des Umkleidens durchführen. So frisierte ich mich denn ganz überflüssigerweise noch einmal und steckte mein Haar anders hoch. Als ich herauskam, spottete meine Schwägerin: »Wie oft ziehst du dich heute noch um?«

»Es ist ja mein Geburtstag«, sagte ich.

»Ach, dafür ist dir jeder Vorwand recht«, erwiderte sie. »Ich habe in meinem Leben viele eitle Leute gekannt, aber du übertriffst sie alle.«

Ich wollte gerade einen Diener rufen, um Amulja holen zu lassen, als einer der Leute mir ein kleines Billett brachte. Es war von Amulja.

»Schwester,« schrieb er, »Sie haben mich auf heute nachmittag eingeladen, aber mir schien es doch besser, nicht zu warten. Lassen Sie mich erst Ihren Auftrag ausführen und dann zu meinem prasad kommen! Es kann etwas spät werden.«