»Ich fühle das Gewicht deiner Worte,« sagte ich lachend, »und wenn wir Männer nicht über die Lasten, die ihr uns auferlegt, klagen, so geschieht es, weil ihr Frauen uns so freigebig belohnt für das, was ihr uns zu tragen gebt.«
»Ihr tragt es,« sagte sie, »weil die Last aus so vielen kleinen Dingen besteht. Immer, wenn ihr eins davon zurückweisen wollt, so führt es zu seinen Gunsten an, daß es so leicht ist. Und so drücken wir euch mit all den leichten Dingen zu Boden... Wann reisen wir ab?«
»Der Zug fährt heute abend um halb zwölf. Wir haben reichlich Zeit.«
»Nun sei ein einziges Mal in deinem Leben artig und höre auf das, was ich sage! Schlaf dich heute nachmittag ordentlich aus! Du weißt, du kannst im Zuge nie schlafen. Du bist so herunter, daß du jeden Augenblick zusammenklappen kannst. Komm, nimm erst dein Bad.«
Als wir nach meinem Zimmer gingen, kam Khema, das Mädchen, herauf. Sie zupfte verlegen an ihrem Schleier und sagte in leisem, entschuldigendem Ton, daß der Polizei-Inspektor mit einem Gefangenen gekommen sei und den Maharadscha zu sprechen wünsche.
»Ist der Maharadscha ein Dieb oder ein Räuber,« fuhr die Bara Rani auf, »daß die Polizei beständig hinter ihm her sein muß? Geh und sag' dem Inspektor, daß der Maharadscha beim Baden ist!«
»Laß mich nur mal sehen, was los ist,« bat ich. »Es kann etwas Dringendes sein.«
»Nein, nein,« beharrte meine Schwägerin. »Unsre Tschota Rani hat gestern abend eine Unmenge Kuchen gebacken. Ich werde dem Inspektor ein paar schicken, damit er ruhig bleibt, bis du fertig bist.« Damit schob sie mich in mein Zimmer und schloß die Tür hinter mir zu.