Ich ging in mein Zimmer, wo der Polizei-Inspektor seinen Teller ganz leer gegessen hatte.
Aber sein Begleiter war noch mit Essen beschäftigt.
»Halloh!« rief ich überrascht aus. »Du, Amulja?«
»Ja, ich«, sagte Amulja, den Mund voll Kuchen. »Das war ein richtiger Festschmaus. Und wenn's Ihnen recht ist, nehme ich den Rest mit.« Damit band er die übrigen Kuchen in sein Taschentuch.
»Was bedeutet dies?« fragte ich, mit einem erstaunten Blick auf den Inspektor.
Der Mann lachte. »Wir sind in bezug auf den Dieb noch ebenso klug,« sagte er, »inzwischen wird das Geheimnis des Diebstahls immer dunkler.« Damit zog er ein eingewickeltes Bündel hervor, das sich, als er es aufband, als ein Päckchen Banknoten entpuppte. »Hier, Maharadscha,« sagte der Inspektor, »sind Ihre sechstausend Rupien.«
»Wo hat man sie gefunden?«
»In Amulja Babus Händen. Er kam gestern abend zu Ihrem Verwalter in Tschakna und sagte ihm, daß das Geld sich gefunden habe. Der Verwalter war anscheinend in noch größerer Bestürzung über die Wiedererlangung des Geldes, als er über den Raub gewesen war. Er fürchtete, man könne ihn im Verdacht haben, erst die Banknoten beiseite gebracht und nun, aus Angst, daß es herauskäme, sich dies Ammenmärchen ausgedacht zu haben. Er bat Amulja, noch etwas zu warten, er wolle ihm eine Erfrischung bringen, und kam geradeswegs zum Polizeiamt. Ich brach sofort auf, nahm Amulja mit mir und habe den ganzen Morgen versucht, etwas aus ihm herauszubringen. Er will nicht sagen, wo er das Geld bekommen hat. Ich warnte ihn, er würde solange in Haft bleiben, bis er es sagte. In dem Fall, meinte er, würde er lügen müssen. Gut, sagte ich, das solle er nur tun. Dann sagte er aus, er habe das Geld unter einem Busch gefunden. Ich machte darauf ihn aufmerksam, daß das Lügen so leicht nicht sei. Unter welchem Busch er es denn gefunden habe? Und an welchem Ort? Was hatte er da zu tun? — Über das alles würde er seine Aussagen machen müssen. ›Seien Sie unbesorgt,‹ sagte er, ›ich habe ja noch Zeit genug, mir das alles auszudenken.‹«
»Aber, Inspektor,« sagte ich, »warum belästigen Sie einen achtbaren jungen Menschen wie Amulja Babu?«