Bima sah ihn bei seinen letzten Worten verständnislos an. Amulja zog sein Taschentuch hervor, band es auf und zeigte ihr die Kuchen. »Ich habe sie nicht alle gegessen«, sagte er. »Diese habe ich noch aufbewahrt, damit Sie sie mir selbst vorlegen.«

Ich sah, daß ich hier überflüssig war und ging aus dem Zimmer. Ich konnte predigen, soviel ich wollte, so sagte ich mir, zum Lohn für meine Mühe verbrannte man mein Bild. Es war mir noch nicht gelungen, eine einzige Seele vom Pfade des Verderbens zurückzubringen. Wer die Gabe hat, kann es durch einen bloßen Wink. Meine Worte haben nicht diese unauslöschliche Wirkung. Ich bin keine Flamme, sondern nur eine schwarze, ausgebrannte Kohle. Ich kann keine Lampe anzünden. Mein Leben zeigt es, — meine Lampen bleiben alle unangezündet.

XVI

Ich kehrte langsam nach den innern Gemächern zurück. Unwillkürlich lenkte ich meine Schritte nach dem Zimmer der Bara Rani. Ich hatte das unwiderstehliche Bedürfnis, zu fühlen, daß dies mein Leben imstande gewesen war, auf einer andern Lebensharfe eine Saite anzuschlagen, die mir mit vollem, warmem Ton antwortete. Man kann die Erfüllung seines Daseins nicht in sich selber finden, man muß sie draußen suchen.

Als ich an das Zimmer meiner Schwägerin kam, trat sie heraus und sagte: »Ich fürchtete, du würdest dich schon wieder so lange aufhalten. Doch ich habe dein Mittagessen schon bestellt, sobald ich dich kommen hörte. Es wird sogleich gebracht.«

»Inzwischen will ich dein Geld aus meinem Schrank holen, damit ich es bereit habe.«

Als wir nach meinem Zimmer gingen, fragte sie mich, ob der Polizei-Inspektor irgendwelche Nachricht über den Raubüberfall gebracht hätte. Ich hatte keine rechte Neigung, ihr eingehend zu berichten, wie das Geld zurückgebracht worden sei, und antwortete ausweichend: »Ja, sie machen viel Wesens von der Geschichte.«

Als ich in mein Ankleidezimmer kam und mein Schlüsselbund herausnahm, war der Schlüssel zum Geldschrank nicht an dem Ring. Wie konnte ich nur so blödsinnig zerstreut sein! Erst heute morgen hatte ich alle möglichen Koffer und Schränke geöffnet und gar nicht bemerkt, daß dieser Schlüssel fehlte.

»Was ist denn mit deinem Schlüssel passiert?« fragte meine Schwägerin.

Ich konnte es ihr nicht sagen und fuhr fort, eine Tasche um die andere zu durchsuchen. Immer wieder suchte ich an denselben Stellen. Es wurde uns beiden klar, daß der Schlüssel nicht verlegt sein könne. Jemand mußte ihn vom Ring abgenommen haben. Wer konnte das sein? Wer hatte denn sonst noch in dies Zimmer kommen können?