BIMALAS ERZÄHLUNG
XXIII
Auf, meine Seele! Jetzt ist die Zeit gekommen, dich dahin einzuschiffen, wo der Strom der Liebe einmündet in das große Meer der Anbetung. In diesem reinen Blau versinkt und verschwindet die ganze Last seines Schlammes.
Jetzt fürchte ich nichts mehr, — weder mich selbst, noch irgend jemand anders. Ich bin durch Feuer hindurchgegangen. Was entzündlich war, ist zu Asche verbrannt, was geblieben ist, ist unsterblich. Ich habe meine Seele dem zu Füßen gelegt, der all meine Sünde in den Abgrund seines eigenen Schmerzes versenkt hat.
Heute abend reisen wir nach Kalkutta. Meine innern Unruhen ließen mich bis jetzt nicht dazu kommen, nach meinen Sachen zu sehen. Jetzt will ich sie ordnen und einpacken.
Nach einer Weile merkte ich, daß mein Gatte auch gekommen war und beim Packen half.
»Das geht aber nicht«, sagte ich. »Hast du mir nicht versprochen, zu schlafen?«
»Das habe ich wohl versprochen,« erwiderte er, »aber der Schlaf hat mir nicht versprochen, zu kommen und ist nirgends zu finden.«