Es gibt Leute, die sind wie Weichensteller: sie sind immer bereit, den Zug unsrer Gedanken auf ein andres Geleise zu bringen.

Kaum war Tschandranath Babu da, so suchte er auch schon nach einem Vorwande, wieder hinauszugehen. »Ich bitte um Verzeihung,« murmelte er, »aber...«

Doch bevor er ausreden konnte, ging Bima schnell auf ihn zu, und sich ehrfurchtsvoll vor ihm verneigend, sagte sie: »O, bitte, gehen Sie nicht fort! Wollen Sie sich nicht setzen?« Sie sah aus wie ein Ertrinkender, der nach einem Halt sucht — der kleine Feigling.

Aber vielleicht irrte ich mich. Wahrscheinlich war ein klein wenig weibliche Tücke dabei. Sie wollte vielleicht ihren Wert in meinen Augen erhöhen. Oder sie wollte mir damit nur sagen: »Bilde dir nur keinen Augenblick ein, daß du mich ganz überwunden hast! Meine Ehrfurcht vor Tschandranath Babu ist doch noch größer.«

Nun meinetwegen, verehre ihn, soviel du willst! Davon leben ja die Schulmeister. Aber da ich keiner bin, kann ich solche leeren Komplimente entbehren.

Tschandranath Babu fing an, von der Swadeschi-Bewegung zu sprechen. Ich dachte, ich wollte ihn in seinem Monolog fortfahren lassen. Es ist immer das Gescheiteste, einen alten Mann so lange reden zu lassen, bis er von selbst aufhört. Er hat dabei das Gefühl, daß er die Welt in Ordnung bringt, und ahnt nicht, wie fern die wirkliche Welt von ihm und seinem Geschwätz ist.

Aber selbst mein schlimmster Feind kann mir nicht nachsagen, daß ein Übermaß von Geduld mein Fehler ist. Und als Tschandranath Babu sagte: »Wenn wir erwarten, Früchte zu ernten, wo wir nicht gesät haben, so...« mußte ich ihn unterbrechen. »Wer will denn Früchte haben?« rief ich. »Wir richten uns nach dem Verfasser der Gita[18], der sagt, daß wir nur an unser Handeln, nicht an die Früchte unsres Handelns denken sollen.«

»Was ist es denn aber, was ihr haben wollt?« fragte Tschandranath Babu.

»Dornen!« rief ich aus. »Sie sind umsonst zu haben.«