Als am nächsten Morgen mein Mädchen kam und rief: »Herrin, es ist hohe Zeit, die Vorräte herauszugeben«, warf ich ihr die Schlüssel hin mit den Worten: »Sag Harimati, daß sie es besorgt«, und setzte mich mit einer englischen Stickerei, die ich angefangen hatte, ans Fenster.

Da kam ein Diener mit einem Brief. »Von Sandip Babu«, sagte er. Welche unerhörte Dreistigkeit! Was sollte der Bote davon denken? Mein Herz zitterte, als ich den Brief erbrach. Er enthielt keine Anrede, sondern nur die Worte: »Eine dringende Angelegenheit — das Vaterland betreffend. Sandip.«

Im selben Augenblick hatte ich die Stickerei beiseite geworfen und war aufgesprungen. Ich ordnete mit ein paar Griffen mein Haar vor dem Spiegel, den Sari wechselte ich nicht erst, sondern zog nur schnell eine dazu passende Jacke an.

Ich mußte durch eine der Veranden, wo meine Schwägerin des Morgens zu sitzen und Betel zu schneiden pflegt. Ich bekämpfte meine Verlegenheit. »Wohin, Tschota Rani?« rief sie.

»Ins Wohnzimmer draußen.«

»So früh! Zu einer Matinee, wie?«

Und als ich ohne zu antworten weiterging, summte sie ein anzügliches Lied hinter mir her.

IX